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15.01.2016 um 17:00 Uhr

"Die Arier": Filmvorführung und Podiumsdiskussion

Über 170 Gäste sahen die Kurzfassung des Dokumentarfilms im Internationalen Theater

Am 12. Januar zeigte das Integrationsdezernat im Internationalen Theater Mo Asumangs Dokumentarfilm „die Arier". Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion, bei der die anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauer Fragen an Integrationsdezernentin Dr. Eskandari-Grünberg und Regisseurin Mo Asumang stellen konnten. Die Moderation hatte die Stadtverordnete Natascha Kauder. Die vom Integrationsdezernat der Stadt Frankfurt organisierte Veranstaltung war bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Gezeigt wurde an diesem Abend die 45-minütige Kurzfassung des Dokumentarfilms. In diesem ging die Regisseurin der Frage nach, was und wer die Arier denn nun wirklich seien. Ihre Recherche führte sie in den Iran und in die USA. Aber auch in Deutschland interviewte sie zahlreiche Menschen und schaffte es so, Rassisten mit scheinbar arglosen Fragen zu konfrontieren, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie, wie sie später auf dem Podium erzählte, teilweise auch zum Nachdenken, manchmal sogar zum Lächeln zu bewegen.

Gezielt würden Neonazis Menschen rekrutieren, die andere schon längst abgeschrieben hätten, Menschen, die gemobbt und ausgegrenzt würden. Dieses Gefühl des Ausgegrenztseins würden die Neonazis noch verstärken, um Menschen in ihre Fänge zu bekommen. Viele der Anwesenden fragten sich an diesem Abend, wann sie denn das letzte Mal einen lächelnden Neonazi gesehen hätten? Die Antwort war für viele ernüchternd: Nie.

Wenn wir über Rassismus sprechen, so der Tenor des Abends, dann müssen wir nicht nur über den Rassismus rechter Extremisten sprechen, sondern auch über strukturellen Rassismus und über die sogenannten Ängste der Mitte. In diesem Kontext betonte Dr. Eskandari-Grünberg, wie wichtig es sei, sich für eine chancengerechte Teilhabe aller Menschen einzusetzen – das Frankfurter Integrations- und Diversitätsmonitoring zeige jedoch, dass Migrantinnen und Migranten auch in Frankfurt immer noch strukturell benachteiligt würden. Immer noch werde die Quote der Migrantinnen und Migranten in Führungspositionen, bei Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrern und in der Stadtverwaltung dem tatsächlichen Bild der Stadt nicht gerecht.

Mit dem Integrations- und Diversitätskonzept und den interkulturellen Schulungen sei man auf einem guten Weg, diesen müsse man aber vor allem jetzt weiter ausbauen. Denn das Integrations- und Diversitätskonzept sei eins zu eins für die Integrationsarbeit für Geflüchtete anwendbar. Menschen die hier her kämen, bräuchten eine Übersetzung unserer Werte und Menschen die von Ängsten sprächen, müsse man fragen, worin denn diese konkret bestünden, nur so könne man daran arbeiten, diese abzubauen.

Vor allem die letzten Tage hätten gezeigt, wie exklusiv das „Wir" sein könne. Daher betonte Asumang wie wichtig es sei, gezielte Fehlinformationen zu hinterfragen, aufzuklären und Gegenakzente zu setzen, gegen Rassismus. Sie wünsche sich, dass ihr Film auch an Schulen in Frankfurt gezeigt würde. Denn auch heute noch, über 70 Jahre nach der NS-Zeit, wüssten viele Menschen in diesem Land immer noch nicht, was es mit dem Konzept der Arier auf sich habe.

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