Vorschulkinder bereiten sich mit HIPPY auf die Schule vor

Mit Mama Hausaufgaben machen

© Stadt Frankfurt am Main (Foto: Heike Lyding)

© Stadt Frankfurt am Main (Foto: Heike Lyding)

In wenigen Wochen ist es soweit: Wenn in Frankfurt die neuen Schulkinder zum ersten Mal ihren Ranzen schultern, sind auch Ilayda und Lina dabei. Die beiden Mädchen freuen sich schon sehr auf die Schule, sogar auf das Lernen und Hausaufgaben machen. Wie das funktioniert, haben sie im vergangenen Jahr schon mit ihren Eltern geübt. Im Programm HIPPY (Home Instruction for Parents of Prescool Youngsters) lernen Eltern von Vorschulkindern über ein bis zwei Jahre mit ausgebildeten Trainerinnen mit eigens für das Programm entwickelten Lern- und Spielmaterialien kennen, die sie dann mit ihrem Vorschulkind durchgehen und einüben. Spielerisch, und mit großem Erfolg. Am Ende gibt es ein Diplom für die erfolgreiche Teilnahme.

„Als meine Tochter im Kindergarten erzählt hat, dass sie zuhause mit der Mama Hausaufgaben macht, wollte die Erzieherin unbedingt die Materialien sehen und war begeistert. Jetzt will sie das Programm auch im Kindergarten integrieren“, berichtet Ilaydas Mutter Aynur Yildirim. Auch Linas Mutter, Nabila Abderrahman, kann HIPPY nur weiter empfehlen: „Ich habe das Programm das erste Mal bei meiner Schwester kennengelernt. Jetzt nimmt meine eigene Tochter daran teil.“

Mit HIPPY sollen die Erziehungskompetenzen der Eltern gestärkt werden, die Fähigkeiten und den Spracherwerb ihrer Kinder zu fördern. Im Fokus stehen Mehrsprachigkeit, Stärkung der Konzentrationsfähigkeit, Entwicklungsphasen im Vorschulalter und der Umgang mit Büchern. Für Nisha Boujaida, die im Sommer bereits das 15te Mal als HIPPY-Trainerin dabei ist, sind es vor allem die sichtbaren Erfolge der Kinder, die das Programm so wertvoll machen: „Ich bin immer wieder stolz, wenn ich höre, dass Kinder, die ich betreut habe, Abitur machen.“ Mit vielen Familien ist sie noch immer in Kontakt. Eltern empfehlen Freund_innen und Bekannten das Programm weiter oder nehmen später mit eigenen Kindern daran teil.

Die zuständige Mitarbeiterin im Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Zeynep Vural, freut sich vor allem    darüber, dass das Projekt erneut verlängert wurde und ab dem kommenden Jahr von der ASB-Lehrerkooperative durchgeführt wird: „Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern zuhause. Die Bindungen, die dabei zwischen Eltern und Kinder entstehen, sind ganz wichtig für den späteren Lernerfolg.“ Aber auch der Austausch mit anderen Eltern und den Trainerinnen ist wichtig. Die Lernmaterialien werden von HIPPY-Trainerinnen im Rollenspiel genau erklärt und der Umgang damit eingeübt. Zweimal im Monat finden Eltern-Fortbildungen statt, bei denen persönliche Erfahrungen ausgetauscht und Fragen der Erziehung, der Gesundheit, der Ernährung und vieles andere diskutiert werden. 25 Kinder nahmen in diesem Jahr am Programm teil. Bei der Abschlussveranstaltung bekamen sie von ihren Trainerinnen ein Diplom überreicht.

Auch Integrationsdezernentin Sylvia Weber liegt das Programm am Herzen: „Wir als Stadt Frankfurt am Main sind froh, dass wir die Kinder und ihre Familien auf dem Weg in die Schule begleiten dürfen. Besonders schön zu sehen ist, dass sich immer wieder HIPPY-Mütter auch dazu bereit erklären, als Trainerinnen aktiv zu sein. Das zeigt, dass HIPPY eben mehr ist als ein Programm.“