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Zukunftsmodell Integration

Verfasst von carol am 4. Februar 2010 - 17:52

Der Eskandari-Entwurf bestärkt, dass Integration und Vielfalt komplementäre, sich ergänzende Bestandteile einer kosmopolitischen städtischen Bevölkerungspolitik sind. Das neue bevölkerungs- und einwanderungspolitische Konzept der „Super-Diversity“ (oder „Supra-Diversity“, im Sinne von „über etwas hinausgehen“) soll den Abschied vom Multikulturalismus einläuten, der als Ausgangspunkt wichtig war, um die engen Grenzen der Nationalgesellschaft zu durchbrechen. Die Weiterentwicklung dieses Ansatzes führt zu einer an Vielfalt orientierten Vernetzungspolitik, die eben nicht darauf abzielt, unterschiedliche nationale, kulturelle oder gesellschaftliche Identitäten zu verneinen, relativieren oder nivellieren.Vielmehr beabsichtigt das Konzept das Zusammenspiel unterschiedlichster Milieus unterschiedlichster Zusammensetzung, auf der gemeinsamen Basis des Grundgesetzes der Bundesrepublik und der UN- Menschenrechtskonvention zu fördern. Die Diversitätskonzeption strebt die Herausbildung einer kosmopolitischen neuen Stadtgesellschaft an, in der der neue Stadtbürger mit multiplen Identitäten und transnationaler Orientierung eine neue Kultur der Vielfalt gewinnt: Die „Global Heimat“ Frankfurt am Main. Neu ist auch die, mit hohem Aufwand geführte, Diskussions- und Bürgerbeteiligungsphase unter dem Leitgedanken: „Vielfalt bewegt Frankfurt“, deren gemeinschafts- und identitätsstiftende Breitenwirkung schon jetzt als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann.
Dass die Anhänger einer scheinbar homogenen „deutschen“ Nationalgesellschaft mit ihren „klassischen“ Integrationsvorstellungen, mit ihrem Ideal der Sesshaftigkeit den Zug der neuen Zeit aufhalten wollen, zeigt einmal mehr, wie wenig sie gerüstet sind, für eine Beheimatung in der Realität einer zunehmend transnationalen Welt.

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