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zurück  |  Startseite » Kritik der "Expertise" des Duos Kämmerer/Hübner

Kritik der "Expertise" des Duos Kämmerer/Hübner

Verfasst von carol am 14. Februar 2010 - 19:42

Die fälschlicherweise auch als Gutachten bezeichnete „Expertise“ von A. Kämmerer, die einen Gegenentwurf zum Integrations- und Diversitätskonzept des Integrationsdezernats darstellt, beruft sich zu Unrecht auf wissenschaftliche Kompetenz und Erkenntnisse. Weder ist Kämmerer je als Gutachter, als Wissenschaftler, als Dozent oder gar Professor zum Thema Integration in Erscheinung getreten, noch hat er selbst je eine wissenschaftlich empirisch anerkannte Arbeit veröffentlicht. Die „Expertise“ genügt weder theoretisch noch wissenschaftlichen Mindestansprüchen. Die bevölkerungs- und gesellschaftspolitischen Konsequenzen der Realisierung und Praktizierung der Ziele der „Expertise“ müssen als Menschenexperiment im Stadtlabor Frankfurt eingeschätzt werden – mit gemeinschafts- und identitätszerstörenden Folgen. Die „Expertise“ ist eine bewusste, planvolle Irreführung der Bürgerinnen und Bürger, denn mit dem Titel „Abschied von der Integration“ sowie dem nachfolgenden 105-seitigen Text soll der Eindruck bestärkt werden, Integration sei nur durch bedingungslose Assimilation und Akkulturation an die deutsch nationale Leitkultur des Dorfes Frankfurt zu gewährleisten. Kämmerer, der neue selbsternannte Imperator der Soziologie, propagiert als Erstschlag die Vernichtung der Globalen Kultur, denn Kämmerer setzt Globalkultur mit Unkultur bzw. der Austilgung deutscher Kultur, ja sogar ganz Deutschlands gleich (S.94). Er fordert die Deutschen in Frankfurt auf, keineswegs zu akzeptieren, dass es keine deutschen Grenzen mehr gibt, denn dann können alle Menschen der Welt in Frankfurt einreisen und sich hier niederlassen. Indem Hübner und Kämmerer ein Einordnungs- und vor allem Unterordnungsverhältnis zwischen den nicht deutschen „Integrationsnehmern“ und den deutschstämmigen „Integrationsgebern“ als „natürlich“ annimmt, strebt er die Herausbildung einer provinziellen neuen Stadtgesellschaft an, in welcher der neue Mensch mit örtlich begrenzter Identität zu einer neuen Kultur der Simplexität gelangen soll: In der „National Heimat“ Frankfurt am Main. Die „Expertise“ möchte also gar nicht die Integration von Einwanderern, im Sinne von gleichrangigen Partnern, in die Frankfurter Gesellschaft fördern, sondern diese Begegnung auf Augenhöhe verhindern. Mit dieser Verneinung bzw. Relativierung unterschiedlicher nationaler, kultureller und gesellschaftlicher Identitäten treibt die „Expertise“ eine Extegrationspolitik voran, indem sie die Einwanderer von gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geradezu ausschließt. Die „Expertise“ ist fremdenfeindlich und deshalb ein Generalangriff auf die nationale, kulturelle und gesellschaftliche Identität der von Hübner und Kämmerer noch als Einwanderer und Ausländer bezeichneten Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer gemeinsamen Stadt. In der globalen Stadt sind derartige Einteilungen obsolet geworden. Alle Menschen haben die gleichen Chancen und gehen so respektvoll miteinander um, dass sie sich auch alle zu Hause fühlen. Populisten und geistigen Brandstiftern am gesellschaftlichen Frieden gelingt es auch nicht mit prächtiger Umverpackung, einer Sammlung bunter Worthülsen und pseudowissenschaftlichem Habitus, ihre ideologische Mogelware zu kommunizieren.

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