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Zeitreise von den 1970ern bis heute ...

Zur Geschichte der Interkulturellen Wochen

Bis aus dem "Tag der ausländischen Mitbürger" die "Interkulturelle Woche" hervorging, ist viel passiert. Hier gibt es die wichtigsten Stationen im Überblick.

Über 40 Jahre ist es her, dass die Evangelische Kirche, die Deutsche Bischofskonferenz, die Griechisch-Orthodoxe Metropolie und der Deutsche Gewerkschaftsbund im Oktober 1975 erstmals den "Tag der ausländischen Mitbürger" ausriefen. Aus dem Tag ging 1991 die "Interkulturelle Woche" hervor. 

Interkulturelle Woche 2018: Alle Veranstaltungen nach Stadtteilen

Nach dem Anwerbestopp sogenannter Gastarbeiter 1973 war deutlich geworden, dass die Annahme, die Arbeitskräfte würden sich nur vorübergehend in der Bundesrepublik aufhalten und in absehbarer Zeit wieder in ihre Herkunftsländer zurückkehren, eine Fehleinschätzung war.

"... und es kamen Menschen"

Mit seinem berühmt gewordenen Satz "Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen" hatte der Schriftsteller Max Frisch diese Fehleinschätzung schon Mitte der 1960er Jahre gewissermaßen auf den Punkt gebracht. Denn schließlich kann man nicht nur die Arbeitskraft eines Menschen ins Land holen, sondern damit verbunden immer auch seine Kultur, seine Traditionen, Bedürfnisse und seine Persönlichkeit.

Am "Tag der ausländischen Mitbürger" stand deshalb von Anfang der Anspruch an gleichberechtigte Teilhabe und die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft im Mittelpunkt. Die Initiatoren betonten schon damals, dass Integration keine Einbahnstraße sein kann, sondern von Zugewanderten und Einheimischen gleichermaßen gewollt und gelebt werden muss.

Lange bevor dies auch seitens der Politik anerkannt wurde, sprachen die Kirchen von Deutschland als Einwanderungsland und setzten sich für eine Verbesserung des rechtlichen Status von Zugewanderten und Flüchtlingen ein. Bald beteiligen sich auch Kommunen, Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Sportverbände sowie Migrantenorganisationen an der Initiative. Aus dem "Tag der ausländischen Mitbürger" wurde zunächst die "Woche der ausländischen Mitbürger" und Anfang der 1990er Jahre die "Interkulturelle Woche".

Koordination durch den Initiativkreis

Schon seit Jahren gibt es auch in Frankfurt Veranstaltungen zu den Interkulturellen Wochen, getragen von einzelnen Vereinen, kirchlichen Stellen und weiteren Gruppen. 2005 wurde deutlich: Es müssen mehr Einrichtungen "ins Boot". Die Interkulturellen Wochen sollten auf eine breitere Basis gestellt werden.

Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) übernahm die Koordination des neuen Projektes "Frankfurter Interkulturelle Wochen". Zusammen mit einer Steuerungsgruppe wurde die Struktur dafür entwickelt.
Zu dem sogenannten Initiativkreises gehören die Frankfurter Dependancen der Arbeiterwohlfahrt, des Caritas-Verbands, des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der Evangelischen Kirche sowie der Evangelische Regionalverband, das Internationale Familienzentrum, die Katholische Erwachsenenbildung, die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnen-Vertretung, der Rat der Religionen, der Sportkreis Frankfurt e.V. & Sportjugend Hessen, die Stadtbücherei sowie die Volkshochschule Frankfurt und natürlich das AmkA.

"Dem Dialog eine Bühne"

Die damalige Leiterin des AmkA, Helga Nagel, sagte über die Ziele der Interkulturellen Wochen: "Diese Veranstaltungsreihe sorgt mit einer Fülle von vielfältigen Themen für interessante Begegnungen, für kulturellen Austausch und neue persönliche Erfahrungen. Mehr noch sind die ,Wochen' eine ausgezeichnete Gelegenheit, das bestehende Netzwerk aus Initiatoren, beteiligten Einrichtungen und interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu pflegen und systematisch auszubauen."

Es sei genau diese Mischung von Information, Unterhaltung und Vernetzung, die die vielen Menschen in den Stadtteilen zum Mitmachen anregt: "Die ,Interkulturellen Wochen' thematisieren das Zusammenleben der Menschen in der Stadt und geben dem Dialog eine Bühne", so Nagel.

Vernetzung der Initiativkreis-Mitglieder

Seit 2006 wird jedes Jahr stadtweit unter einem bestimmten Motto zur Mitarbeit an den Interkulturellen Wochen aufgerufen. Dabei ist schon der Planungsprozess für das AmkA und den Initiativkreis ein wichtiger Teil der Interkulturellen Wochen.

Bei einem gemeinsamen Planungsworkshop lernen sich Vertreter_innen ganz unterschiedlicher Gruppen und Institutionen kennen und denken gemeinsam über gemeinsame Veranstaltungen nach. So gelten die Kontakte und die Vernetzung der Initiativkreis-Mitglieder seit jeher als wichtige Multiplikatoren der Interkulturellen Wochen.

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Adresse

Amt für multikulturelle Angelegenheiten

Lange Straße 25-27
60311 Frankfurt am Main

E-Mail: amka.info@stadt-frankfurt.de
Telefon: 069-212-41515
Fax: 069-212-37946
Web: http://www.amka.de

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