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Unwahrscheinlich erfolgreich

Sozialer Aufstieg in der Einwanderungsgesellschaft

Das Forschungsprojekt „Pathways to Success“ der Universität Osnabrück hat über zweieinhalb Jahre Erfolgsbiographien von Angehörigen der türkeistämmigen zweiten Generation in Frankfurt/Main, Berlin und im Ruhrgebiet durch qualitative Interviews erforscht. Unter dem Titel "Unwahrscheinlich erfolgreich" berichtet nun die Studie über Faktoren, die zum Aufstieg beitragen und solchen, die diesen behindern können.

Für Menschen, die in der zweiten Generation hier leben, bleibt es oftmals schwierig, einen höheren Schulabschluss und erfolgreichen Berufsweg einzuschlagen. Dies betrifft insbesondere auch den Zugang zu Führungspositionen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Häufig jedoch sind es institutionelle bzw. strukturelle Hürden und Hindernisse. Kinder werden zu wenig unterstützt, einen Schulabschluss anzustreben, der ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entspricht. Manchmal wäre nur ein komplementärer Deutsch-Sprachkurs notwendig, um einem Kind eine höhere Schullaufbahn zu ermöglichen. Manchmal fehlt es schlicht an der Beratung zu den unterschiedlichen Bildungswegen in den Schulen. Auf welche Schule kann mein Kind nach der Grundschule gehen? Welche Möglichkeiten bieten sich nach Abschluss der Mittelstufe? Welche Studiengänge sind geeignet? Wenn Eltern keine Informationen über das ausdifferenzierte deutsche Bildungssystem haben, werden oftmals bekannte Wege gewählt. Wege, die aus der eigenen Biographie oder dem eigenen sozialen Umfeld bekannt sind. Ein Aufstieg über Bildung kann so nicht gelingen.

Doch auch jenseits dieser Faktoren finden sich offensichtlich massive Hürden. Die Studie berichtet von Lehrerinnen und Lehrern, die diesen Schulkindern nichts anderes als einen Hauptschulabschluss zutrauen. Die sie trotz des wiederholt geäußerten Wunschs auf das Gymnasium zu gehen, entmutigen und es ihnen absprechen das Abitur zu schaffen. Und dies passiert auch, wenn diese Kinder und Jugendlichen die entsprechenden Noten haben. Hier haben wir es ganz offensichtlich mit Stereotypen in den Köpfen zu tun. Dieses zu verändern wird vermutlich lange dauern.

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