Handlungslinie 17: Segregation entgegenwirken

Viele Themen bieten Gelegenheit, dafür zu sorgen, dass in Stadtteilen und bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern das Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung entsteht, in der jede und jeder mit Respekt am Leben der Nachbarn Anteil nimmt. Wahrgenommene und tatsächliche ›Parallelgesellschaften‹ sollen verhindert werden. Dabei ist zwischen selbst gewählter und unfreiwilliger Segregation zu unterscheiden: Sog. ›ethnische‹ Segregation ist häufig nicht die Ursache, sondern eine Auswirkung sozialer Benachteiligungen oder eine Folge der Lage auf dem Wohnungsmarkt. Menschen suchen sowohl die Nähe derjenigen, die ähnliche Erfahrungen teilen, wie auch ihren eigenen Lebensweg und beruflichen Aufstieg in die Gesellschaft, der sie aus dem eigenen Umfeld wegführen kann. In der Planung gestalterischer Ansätze oder politischer Einzelmaßnahmen und Projekte wollen wir mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeitenbund dabei unterschiedliche Gruppen zur gleichberechtigen Teilnahme ermuntern. Viele Menschen sehen in unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten eine besondere Hürde oder Belastung des gemeinsamen Zusammenlebens. Information und die Unterstützung von Begegnung können dazu beitragen, dass andersgläubige Menschen einander offen begegnen und sich nicht in verschlossene Räume zurückziehen. Von den Religionsgemeinschaften erwarten wir Respekt gegenüber einem andersgläubigen Umfeld und dem neutralen öffentlichen Raum und seiner gewachsenen sozialen Struktur und Geschichte. Da Begegnungen in der Nachbarschaft weitergehende Kontakte oft nur bedingt befördern oder beeinflussen, haben wir diese Arbeit gezielt um gesamtstädtische Ansätze in allen Handlungsfeldern zu ergänzen. Eine erwiesenermaßen zentrale Rolle spielt ein gemeinsamer Besuch von Eltern-Kind-Gruppen, Kindertagesstät ten, Schulen und Freizeitangeboten, die wir dabei un terstützen werden, sich ihrerseits an der gewachsenen Vielfalt im Familienleben zu orientieren.