Handlungslinie 48: Familienarbeit ausbauen

Wir wollen in Frankfurt einen umfassenden Begriff von Familie verwenden. Ehe, unterschiedliche Formen von Partnerschaft und das Zusammenleben von Erziehungsberechtigten mit Kindern sind der Kern jeder Gesellschaft und stehen wie die Privatsphäre unter besonderem Schutz. Alle Formen häuslicher, familiärer oder erzieherischer Nötigung sind jedoch keine Privatangelegenheit und werden entsprechend verfolgt. In der jungen Generation wird die Zukunft unserer Stadt sichtbar, die vielfältiger sein wird, mit mehr sprachlichen Kompetenzen, Erfahrungshorizonten und Zugehörigkeitsgefühlen. Die Erziehung von Kindern verdient unsere bevorzugte Unterstützung. Die Förderung von Familienzentren, Kinderbüros und ehrenamtlichen Netzwerken sollte zugleich dazu beitragen, sie für unterschiedliche Bedürfnisse zu öffnen. Alleinerziehenden und Eltern, die sich mit der Erziehung überfordert fühlen, wollen wir in der Kinderbetreuung und durch eine aufsuchende Familienarbeit besondere und respektvolle Hilfestellungen geben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexiblere Arbeitsmodelle, durch ausreichende und geeignete Angebote an Krippen- und Tagespflegeplätzen sowie Ganztagsschulen, Nachmittags- und Ferienangeboten ist auch integrationspolitisch relevant. Unser Ziel, als familienfreundliche Kommune internationalen und mehrsprachigen Familien ausreichende Angebote zur Verfügung zu stellen, und ihnen mit großer Offenheit zu begegnen, ist nicht zuletzt ein bedeutsamer Standortfaktor. Wir wollen Flächen und Plätze unserer Stadt als offene, interkulturelle und informelle Treffpunkte für Familienaktivitäten gestalten. In der Frühförderung sind nicht nur Hebammen, Kinderärzte und Tagesmütter wichtige Multiplikatoren. Es gilt ebenso, die Zusammenarbeit mit Landes- und Bundesbehörden sowie mit der Jugend-, Familien- und Sozialgerichtsbarkeit zu intensivieren, um rechtliche Hürden und die vielfältigen Bedürfnisse von Familien in unserer Stadt stärker zu berücksichtigen.