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23.01.2015 um 11:00 Uhr

Ausstellung „New Frankfurt Internationals: Solid Signs“

Die Internationalität und Multikulturalität der Region im Kunstbetrieb

Die multikulturelle Stadtgesellschaft und die internationale Ausrichtung der Stadt zeigen sich auch in der Kunstszene Frankfurts: Die Ausstellung „New Frankfurt Internationals: Solid Signs“ zeigt bis zum 26.04.2015 im Frankfurter Kunstverein (FKV) und dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden (NKV), das multikulturelle, künstlerische Potential der Region. Zu sehen sind an beiden Orten Malereien, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Videos, Installationen und Performances von 41 Künstlern und Künstlergruppen, die in Frankfurt und der Rhein-Main-Region gelebt oder studiert haben. Zur Ausstellung gibt es auch ein vielfältiges Begleitprogramm.

Internationalität des Frankfurter Kunstbetriebs

Viele der überwiegend jungen Künstler zählen  schon zu den „new internationals“, sind also bekannt im internationalen Kunstbetrieb. Außerdem haben 17 der 41 vertretenen Künstler einen Migrationshintergrund.Dies entspricht fast genau dem Anteil der Migranten an der gesamten Stadtgesellschaft. Um dieses künstlerische, internationale Potential Frankfurts und der gesamten Region zu zeigen, wurde dieses Ausstellungsformat zum zweiten Man ins Leben gerufen. 2010 fand die Ausstellung bereits im FKV statt.

Auch in der Kooperation zwischen dem Wiesbadener und Frankfurter Kunstverein ist dieses Format einmalig. Darin zeigt sich, dass Frankfurt und die Region nicht nur wirtschaftlich und finanzpolitisch ein internationales Zentrum sind, sondern auch der Kunstbetrieb der Stadt weltweit Ansehen genießt. Dabei sind es nicht nur die großen Museen Städel, Schirn, MMK Museum für Moderne Kunst etc., die international bekannt sind. Auch den Künstlern und Kunsthochschulen Frankfurts und Umgebung wie die Städelschule Frankfurt und die Hochschule für Gestaltung in Offenbach wird weltweit Beachtung geschenkt.

Der Kunstverein beschreitet Neuland

Das Projekt bietet auch wenig bekannten Künstlern eine Plattform: „Es wurden über 100 Bewerbungen eingereicht. Einige Künstler sind so jung, dass wir aus Ihren Bewerbungen nicht viel ersehen konnten. Wir mussten zu Ihnen ins Atelier gehen, um ihre Arbeit zu verstehen“, sagte Kuratorin Elke Gruhn (NKV) bei der Austellungseröffnung im Frankfurter Kunstverein. Auch wurden viele Arbeiten für die Ausstellung neu entworfen. Nach Ansicht von Kulturdezernent Prof Dr. Felix Semmelroth übernimmt der FKV damit eine besondere Rolle in der Frankfurter Museumslandschaft: „Was kann ein Kunstverein mit einem solchen Kontext an Institutionen wie der Schirn und dem Museum für Moderne Kunst in unmittelbarer Nachbarschaft eigentlich noch tun? Er kann aufspüren und Schätze entdecken. Gerade mit der neuen Leiterin Franziska Nori und diesem innovativen Ausstellungsformat hat der Frankfurter Kunstverein erneut Neuland bestritten und Spürsinn erwiesen“, so Semmelroth.

„Solid Signs“

Die Künstler und ihre Arbeiten scheinen auf den ersten Blick äußerst unterschiedlich zu sein: So ist die jüngste Teilnehmerin 1988 geboren und der Älteste ist 81 Jahre alt, die Künstler haben einen unterschiedlichen Bekanntheitsgrad, sind unterschiedlicher Herkunft und arbeiten mit verschiedensten Materialien und Techniken.  Doch gibt es auch ein verbindendes Element, das die Kuratorinnen Lilian Engelmann (FKV) und Elke Gruhn (NKV) mit dem Neologismus „solid signs“ beschreiben. „Solide“ sei dabei die Rückbesinnung der Künstler auf die Materialität und die Verwendung von Grundstoffen und -techniken. „Es ging uns darum, eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen, die darstellt, wie die Künstler arbeiten. Ist es zum Beispiel noch Fotografie, wenn sie zwar Fotos analog fotografieren und selbst auf Papier abziehen, sie aber mit Photochemie im Entwicklungsprozess von der klassischen Fotografie verfremden?“, fragt Engelmann bei der Ausstellungseröffnung im FKV am Donnerstag, den 22.01.2015. Laut Engelmann weisen die somit entschleunigten Herstellungsprozesse und die Verwendung einfacher Grundstoffe wie Holz, Gips, Karton und Tusche auf einen Gegenentwurf zur fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft hin.

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