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20.11.2018 um 17:30 Uhr

„Deutliches Zeichen gegen Diskriminierung“

Das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt, Gewinner des Frankfurter Integrationspreises 2018, im Interview mit dem AmkA

Das 2018 gegründete „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt“ bündelt die Kräfte der Organisationen, Vereine, Stiftungen und Gruppen der Frankfurter LSBTIQ*-Community. Die Mitglieder erheben ihre Stimme gegen Rassismus, Sexismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Welche Bedeutung hat die Auszeichnung für Ihr Bündnisses?
Die Auszeichnung mit dem Integrationspreis hat für uns große Bedeutung. Sie bestätigt uns darin, dass wir einen wichtigen und guten Beitrag zur Gesellschaft leisten und ist eine Anerkennung für unsere bisherige Arbeit. Die Auszeichnung bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind, eine nachhaltige Vernetzung der queeren Community aufzubauen.

Wo liegen die alltäglichen praktischen Herausforderungen Ihres Engagements?

Unsere alltäglichen Herausforderungen sind sehr vielfältig. Sie reichen vom gleichberechtigten Zusammenbringen der Community und überwinden bisheriger Spaltungen bis hin zum Umgang mit rechten Angriffen.
Was uns darüber hinaus herausfordert, ist, dass wir alle als Vertreter*innen anderer Organisationen bereits in anderen Kontexten ehrenamtlich tätig sind, weshalb Zeit immer ein sehr knapp bemessenes Gut ist.

Gibt es besondere Erfolge, auf die Sie gerne zurückblicken?

Wir blicken gerne auf die gelungene Erarbeitung eines Selbstverständnisses zurück und auf unsere zahlreichen Aktionen. Besonders stechen dabei folgende Aktionen heraus:
Unser wiederholter Protest gegen die homophobe und sexistische sogenannte „Demo für Alle“, für den wir beispielsweise im Januar 2018 2.500 Menschen mobilisieren konnten. Auch
der Protest gegen einen von queerfeindlichen Menschen organisierten Kongress an der Frankfurter Uni im Sommer 2018 zählt dazu: Wir und andere engagierte Menschen konnten die Uni dazu bringen, ihre internen Regelungen zu überarbeiten, sodass fragwürdige Veranstaltungen in Zukunft auch kurzfristig abgesagt werden können. Nicht zu vergessen ist natürlich der IDAHOBIT* (International Day Against Homophobia, Biphobia, Inter*phobia and Trans*phobia) 2018, der der Größte in ganz Deutschland war.


Das Bündin Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt in Aktion (Foto: Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt)
Welche Visionen haben Sie für die Zukunft Ihres Bündnisses?
Unsere Vision ist, die queere Community in Frankfurt und Umgebung nachhaltig zu vernetzen und eine gemeinsame Struktur aufzubauen – um queeren Menschen, die neu in der Stadt sind, eine Orientierung zu bieten. Außerdem möchten wir weiterhin reaktionsstarke und auch eigenständige Aktionen durchführen, um ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und für Solidarität und intersektionale Verbündetenschaft zu setzen. Hierzu streben wir Kooperationen an, die auch über die queere Community hinausgehen.

Was sagen Sie Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, sich in ähnlicher Weise wie in Ihrem Bündnis zu engagieren?
Ihr seid herzlich willkommen und wir freuen uns auf jede*n, die*der uns unterstützt!

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