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„Ein Ansporn für unser weiteres Engagement“

TuS Makkabi Frankfurt – Gewinner des Frankfurter Integrationspreises 2018: der sportliche Leiter Bela Cohn-Bendit im Interview mit dem AmkA

Der Sportverein TuS Makkabi Frankfurt mit über 1400 Mitgliedern setzt sich für Integration und Inklusion ein und wirkt in seiner Jugendarbeit präventiv gegen Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft. Zu den Projekten zählen Schwimmkurse für muslimische Frauen oder Geflüchtete und Frankfurter Kinder gemeinsam sowie Feriencamps.

Herr Cohn-Bendit, welche Bedeutung hat die Auszeichnung für Sie und Ihren Verein?

Der Integrationspreis der Stadt Frankfurt, für den wir uns im Übrigen nicht zu ersten Mal beworben haben, bestärkt uns in unserer Auffassung, den richtigen Weg zu gehen: den liberalen Weg, den Weg der Offenheit. Es ist etwas Besonderes für uns – als  jüdischer Sportverein – unsere Heimatstadt in unserer gesamten Struktur zu vertreten. Wir nehmen die Auszeichnung als Ansporn für unser weiteres Engagement, denn all das, was wir bisher erreichen konnten, ist nur ein erster Schritt in Richtung Normalität.

Wo liegen die alltäglichen praktischen Herausforderungen Ihrer Arbeit?

Die alltäglichen praktischen Herausforderungen in zwei bis drei Sätze zu packen, ist sicherlich fast unmöglich. Zum einen sind wir ein stark wachsender Verein mit jährlich 10-12% Zuwachs an Mitgliedern und ein bis zwei neuen Sportarten. Dies geht mit organisatorischen und personellen Herausforderungen einher. Zum anderen geht es immer darum, bei all dem Wachstum bestehende Abteilungen, Projekte und Ziele nicht zu vernachlässigen. Wir sind der festen Überzeugung, dass im Breiten- und Leistungssport  alle Religionen und Nationen ein Miteinander finden können und sollten. Wir sehen dies als stetigen Prozess, den es immer wieder aufs Neue zu verhandeln gilt. Des Öfteren verlangt dies einen Spagat und Kompromisse. Auch in der täglichen Arbeit.


Gruppenfoto des TuS Makkabi Frankfurt (Foto: Rafael Herlich)

Gibt es besondere Erfolge Ihrer Arbeit, auf die Sie gerne zurückblicken?

Zum einen stehen sportliche Erfolge, wie Aufstiege im Fußball, Basketball oder Tischtennis – und natürlich die Hessen- und Europameisterschaften im Schach. Viel wichtiger erscheint uns jedoch, immer mehr junge Leute dazu zu begeistern, sich ehrenamtlich für Makkabi zu engagieren. Inzwischen sind wir zu einer kleinen Institution geworden, wo ALLE willkommen sind. Eine ständig wachsende Familie.

Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht ehrenamtliches Engagement für Frankfurt und für unsere Stadtgesellschaft?

Volker Bouffier sagt: „Das Ehrenamt ist unbezahlbar“, und er hat recht! Vereine sind seit jeher auf ehrenamtlichem Engagement aufgebaut. Für viele ist es eine Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. So wird ein gesamtstadtgesellschaftliches Band geknüpft: Im Ehrenamt sind alle gleich.  

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft Ihres Projektes?                 

Makkabi steht vor einem riesigen Projekt, wie die meisten wissen: Unsere Neue Heimat. Mit Unterstützung der Stadt Frankfurt, des Landes Hessen und Dank des tatkräftigen Einsatzes unserer Mitglieder werden wir es schaffen, auch die letzten Hürden zu nehmen. Wir haben ein gemeinsames Ziel: Makkabi Chai.

Was sagen Sie Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Ehrenamt zu übernehmen?

Just do it. Es gibt nicht Vieles, was ausschließlich gut ist. Ehrenamt kommt zumindest ganz nah dran. 

 

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