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21.09.2016 um 10:30 Uhr

Fachärzte gesucht

Aufbau eines Humanitären Fachärzte-Netzwerks für Menschen ohne Krankenversicherung

Die steigende soziale Ungleichheit in Deutschland wirkt sich teils dramatisch auf die Gesundheit der Menschen aus. Trotz der seit 2009 bestehenden Krankenversicherungspflicht in Deutschland, waren dem Statistischen Bundesamt zufolge ca. 79 000 Menschen (2015) in Deutschland ohne Krankenversicherung. Das Problem ist jedoch viel größer, als diese Zahl vermuten lässt, denn Obdachlose und Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus müssen als Nichtversicherte hinzugerechnet werden. Insbesondere in Großstädten, wie Frankfurt am Main, leben viele Menschen ohne Krankenversicherung. Die Gründe sind vielfältig, angefangen bei fehlenden Sprachkenntnissen bis hin zu besonderen kulturellen und sozialen Voraussetzungen.

Ziel der Stadt Frankfurt ist es, diese Barrieren zu überwinden und so jedem in dieser Stadt eine Basisgesundheitsversorgung zugänglich zu machen.

Für die ärztliche Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung wurde 2001 die Afrika-Sprechstunde am Gesundheitsamt ins Leben gerufen. Um dem steigenden Bedarf von Menschen aus allen Ländern der Welt gerecht zu werden, wurden die Sprechstunden erweitert und 2009 in „Humanitäre Sprechstunde“ umbenannt. Dieses niedrigschwellige Angebot ermöglicht Menschen ohne Krankenversicherung in Frankfurt am Main eine kostenlose, anonyme ärztliche Versorgung, teilweise in Zusammenarbeit mit verschiedenen Frankfurter Kliniken im Rahmen eines Entbindungsprogramms sowie vereinzelten, niedergelassenen Ärzten.

Die Behandlungsmöglichkeiten in der Humanitären Sprechstunde sind jedoch begrenzt, sodass die Stadt auf niedergelassene Fachärzte in Frankfurt am Main zur Mitbehandlung im Rahmen eines fachärztlichen Konzils angewiesen ist.

Besonders Fachärzte folgender Fachrichtungen werden um Mittarbeit im Netzwerk gebeten:

  • Urologie,
  • Zahnmedizin,
  • Radiologie,
  • Kardiologie,
  • Psychiatrie/Neurologie,
  • Orthopädie,
  • Hämatologie,
  • Infektiologie,
  • Chirurgie,
  • HNO,
  • Diabetologie,
  • Phlebologie und
  • Gynäkologie.

Da viele Patienten aus verschiedensten Herkunftsländern kommen und teils über keine sehr guten, deutschen Sprachkenntnisse verfügen, wäre es hilfreich, wenn die Fachärztin oder der Facharzt über Fremdsprachenkenntnisse verfügt. Besonders gesucht werden Fachärzte, die Englisch, Türkisch, Bulgarisch oder Rumänisch sprechen.

Die meisten Patienten kommen aus prekären Lebensverhältnissen, weshalb auch ihre finanzielle Situation entsprechend angespannt ist. Deshalb ist es wünschenswert, dass die Fachärzte eine kostengünstigere Behandlung für eine vereinbarte Anzahl der Patienten anbieten. Nach einer mindestens einjährigen, erfolgreichen Kooperation der Facharztpraxis mit der Humanitären Sprechstunde erhält die Praxis ein repräsentatives Zertifikat als Mitglied im Humanitären Fachärzte-Netzwerk.
Aus dem Gesundheitsamt heißt es: "Wenn jeder Arzt im Rahmen seiner Möglichkeiten einen kleinen Beitrag leistet und damit die „Last“ auf viele Schultern verteilt werden kann, können wir gemeinsam die gesundheitliche Ungleichheit in Frankfurt ein wenig minimieren und den menschenrechtlich verbrieften Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle ermöglichen."

 

Kontakt

Marisa Pietzsch
Telefon: 069 212-34860
Email: marisa.pietzsch@stadt-frankfurt.de

 

 

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