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13.01.2015 um 16:15 Uhr

Frankfurt verurteilt die Anschläge von Paris

Oberbürgermeister, Stadtverordnetenvorsteher, Integrationsdezernentin und der Stadtkämmerer sprachen ihre Anteilnahme aus

Mit großer Erschütterung wurde im Frankfurter Römer die Nachricht vom Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ aufgenommen. Oberbürgermeister Peter Feldmann, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler, Integrationsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Stadtkämmerer Uwe Becker und die Kommunale Ausländervertretung verurteilen die Anschläge von Paris und drücken in Ihren Stellungnahmen ihre Anteilnahme aus.

Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler und Oberbürgermeister Peter Feldmann: "Wir sind fassungslos"

Fassungslos und erschüttert haben Stephan Siegler und Oberbürgermeister Peter Feldmann die Nachrichten von den Ereignissen in Paris aufgenommen. Die beiden ranghöchsten Vertreter der Stadt drückten ihr tiefes Mitgefühl den Angehörigen der Opfer aus:

„Unsere Gedanken sind bei unseren zahlreichen französischen Freunden hier in Frankfurt und natürlich besonders in unseren Partnerstädten Lyon und Deuil-La-Barre. Ihnen, ihrer ganzen Nation, wurde vor ihren Augen ein Stück ihrer eigenen gelebten Alltagskultur auf brutalste Weise entrissen. Gerade in Frankfurt als einer Medienstadt mit einer langen Tradition des streitbaren Diskurses und der Satire, die in der liberalen Tradition einer internationalen Stadtgesellschaft wurzelt, fühlen wir uns in besonderer Weise von diesem Angriff betroffen. Er galt dem Kern persönlicher und politischer Freiheit, dem Recht nicht nur eine Meinung zu haben, sondern auch anderen deren Äußerung – und sei es auch in äußerster Zuspitzung – zuzumuten.“

"Wir alle sind aufgerufen, für diese Grundwerte unserer Gesellschaft gegen alldiejenigen zusammenstehen, die diese durch Drohungen, Einschüchterungen oder gar offenen Terror beschneiden wollen. Wir alle sind aufgefordert, jenen entgegenzutreten, die im Namen von Ideologien oder Religionen Hass, Unfrieden und Gewalt über ihre Mitmenschen bringen. Nur gemeinsam wird es uns gelingen, die Werte zu bewahren, die unsere Gesellschaften lebenswert machen. Wir verneigen uns in tiefer Trauer vor den Opfern.“


Integrationsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg: "Ich verurteile die Anschläge auf das Schärfste"

Auch Frankfurts Integrationsdezernentin zeigte sich erschüttert: „Den Anschlag auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo verurteile ich aufs Schärfste. Menschen umzubringen, sie  hinzurichten und sich dabei auf eine Ideologie oder eine Religion zu berufen, ist ein abscheuliches Verbrechen. Mein Beileid gehört den Hinterbliebenen der Opfer. Mit allen rechtsstaatlichen Mitteln geht es jetzt darum, die Täter zu fassen und strafrechtlich zu verfolgen. Aber es ist trotz aller Empörung und berechtigter Wut auch wichtig, besonnen und reflektiert zu agieren und zu schauen, was dieser Anschlag bedeutet.“

„Der Anschlag reiht sich ein in eine Geschichte extremistischer Gewalt, wie wir sie momentan weltweit erleben“, führt die Dezernentin weiter aus. Hierzu gehörten die Gräueltaten von IS, die Verbrechen von Boko-Haram und Als Shaab ebenso wie das Taliban-Massaker an 140 Schulkindern in Pakistan. Aber auch die Verbrechen, wie z.B. das Attentat des Rechtsextremisten Breivik in Norwegen und die Anschläge auf Moscheen in Schweden wären hier zu nennen.

„Die Probleme heißen Rassismus, Salafismus, Terrorismus, Ignoranz und Menschenverachtung. Der jüngste Terroranschlag war Öl ins Feuer dieser sich gegenseitig befeuernden Strömungen – zweier Strömungen, die nicht in der Lage sind, Freiheit auszuhalten und erst recht nicht, sie den Anderen zuzugestehen“, so Dr. Eskandari-Grünberg weiter. Sie appelliert an die Werte Europas, die ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft ermöglicht: Freiheit, Toleranz gegenüber Anderen und die Achtung der Würde des Menschen. „Das antiquierte Bild einer homogenen Gesellschaft, in der das Fremde mit Skepsis gesehen wird, ist für weite Teile Europas sei nicht mehr gültig. So auch für Frankfurt. In einer Global City, mit Menschen aus über 180 Nationen, spielten Toleranz und das Zugestehen von Freiheit eine wesentliche Rolle für ein friedliches Zusammenleben. Dafür einzustehen sind wir den gestern in Paris Ermordeten schuldig“, sagte die Frankfurter Integrationsdezernentin abschließend.


Stadtkämmerer Uwe Becker kondoliert der französischen Generalkonsulin Sophie Laszlo

Stadtkämmerer und Kirchendezernent Uwe Becker hat heute der französischen Generalkonsulin in Frankfurt, Sophie Laszlo, kondoliert und ihr das Mitgefühl der Stadt Frankfurt mit den Opfern des feigen Anschlags und ihren Angehörigen zum Ausdruck gebracht.

Becker, der selbst auch Ehrenpräsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Frankfurt ist, betonte, dass dies ein „trauriger Tag auch für die Menschen in Frankfurt ist, da unsere Stadt sich eng mit Frankreich verbunden fühlt. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Frankreich, bei den Opfern und ihren Familien. Dieser feige und brutale Anschlag muss uns in der Entschlossenheit einen, gemeinsam für die Freiheit der Presse, für die Freiheit der Meinung und damit für eine freie und offene Gesellschaft einzutreten“, so Becker.

Es wäre im Sinne dieses entschlossenen Aufstehens ein starkes Signal, „wenn alle Medien und Zeitungen das schreckliche Attentat zum Anlass nehmen, um Zeichnungen der ermordeten Karikaturisten zu veröffentlichen“, so Becker abschließend.


Kommunale Ausländervertretung (KAV): "Die Tat ist durch nichts zu rechtfertigen"

Die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung der Stadt Frankfurt am Main (KAV) verurteilt ebenfalls den offenbar religiös-politisch motivierten Anschlag auf die Pariser Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" aufs aller schärfste. „Eine abscheuliche und widerwärtige Tat, die durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen ist", sagte dazu Enis Gülegen, Vorsitzender des Gremiums. „Terror, egal, ob von rechts oder links oder für oder gegen einen Gott - ist und bleibt Terror.“

Wir wissen, dass wir uns im Einklang mit der überwältigenden Mehrheit aller Menschen befinden, die in Frieden leben wollen – darunter Muslime, Christen, Anhänger anderer Religionen, Agnostiker und Atheisten. Und wir sind alle aufgerufen, uns mit aller Entschiedenheit und allem Zorn gegen diese barbarischen Menschen zu stellen. Eine besondere Rolle kommt dabei auch den islamischen Gemeinden in unserer Stadt zu. Sie sollten unmissverständlich klar machen, dass der Islam für eine solche abscheuliche Tat nicht als Rechtfertigung missbraucht werden darf.

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