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03.02.2015 um 11:15 Uhr

Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

Kirchendezernent Becker verurteilt Angriffe auf moslemische Gebetsstätten

Nach den bekannt gewordenen Schmierereien am Eingangsbereich eines türkischen Kulturvereines in Unterliederbach vom Samstag, 31. Januar hat Kirchendezernent Uwe Becker heute die Angriffe auf moslemische Einrichtungen und Gebetsstätten verurteilt.

„Wir dulden nicht, wenn Frankfurter muslimischen Glaubens angegriffen werden, wenn ihre Einrichtungen beschmiert oder anderweitig beschädigt oder geschändet werden. Wer dies tut, der greift das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und Religionen unserer Stadt und damit die gesamte Gesellschaft an“, so Becker.

Mit Blick auf die weiter vorgesehenen Aktivitäten von Pegida in Frankfurt hob Becker hervor, dass die plumpe Stimmungsmache, die zumindest in der Spitze dieser Bewegung zu beobachten wäre, auch Wegbereiter für extreme Auswüchse sei. „Der Gewalt geht das Wort voraus, und in den Worten, die vielfach zu hören sind, werden Zerrbilder gezeichnet und nicht auf den Zusammenhalt sondern auf das Auseinanderdividieren der Gesellschaft abgezielt. „Jenen, die gegenwärtig das Eintreten für das Abendland mit dem Hass gegen andere verwechseln, möchte ich den ersten Korintherbrief in Erinnerung rufen. Dort heißt es: Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“, erklärte der Kirchendezernent.

Becker betonte, dass er sehr wohl wahrnehme, dass viele Menschen sich Gedanken über die weitere Entwicklung der Gesellschaft machten, über den Zuzug von Menschen mit Migrationshintergrund wie auch über die steigende Zahl von Flüchtlingen. Doch dürfe die Antwort darauf nicht das Schüren von Ängsten sondern die aktive Integration der hierher kommenden Menschen sein.

Der Kirchendezernent warnte zugleich auch davor, die Sorge vor dem Verschwinden der eigenen kulturellen Traditionen oder deren Zurückdrängen anderen Kulturen oder Religionen zuzuschreiben. „Es sind keine moslemischen Gemeinden, die etwa den Schutz des Karfreitags zur Diskussion stellen“, bezog sich Becker auf die immer wieder aufkommende Diskussion zum Tanzverbot am Karfreitag. „Und es waren auch keine buddhistischen Gemeinschaften, die etwa die Abschaffung des Buß- und Bettages als gesetzlichen Feiertag verlangt hatten. Es ist unser eigenes Handeln, das die Frage beantwortet, wie wir es selbst mit christlichen Werten und Traditionen halten. Wir sollten weniger darüber reden, was andere tun, sondern selbst mehr zu unseren kulturellen Wurzeln und Traditionen stehen und deren Ankerpunkte nicht fortlaufend selbst zur Disposition stellen“, so Becker abschließend.

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