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06.12.2013 um 17:15 Uhr

HIWA-Workshop 2013 im Zeichen von Alter und Sprache

Der Arbeitskreis „Ältere Migrantinnen und Migranten“ (HIWA) veranstaltete am 6.12.3013 einen Workshop zum Thema „Alter und Sprache“. In entspannter Atmosphäre diskutierten ältere Migrantinnen und Migranten über die Frage, welchen Einfluss die Sprache auf ihr Leben hat und wie Angebote verbessert werden können.

Auf der Bühne im Haus der Jugend sitzen vier Damen des interkulturellen Altentreffs OASI an einem Tisch und führen einen Sketch auf. Anhand kurzer Anekdoten und Witze zeigen sie den Gästen, wie problemlos ein fröhliches Miteinander über alle Sprachen und Kulturen hinweg gelingen kann. Doch funktioniert Kommunikation nicht immer so reibungslos wie am diesem Nachmittag. Vor allem bei Behördengängen, Beratungen oder Arztbesuchen ist es vor allem die deutsche Sprache, die älteren Migrantinnen und Migranten zu schaffen macht. Dabei sind die Gründe für die Sprachdefizite oft ähnlich.

Viele der Anwesenden seien in den 60er Jahren nach Deutschland gekommen um hart arbeiten und die Familie durchzubringen. Für die deutsche Sprache sei da wenig Zeit geblieben, sagte Dr. Nargess Eskandari, Leiterin der Beratungsstelle HIWA bei ihrer Eröffnungsrede. Im Gegensatz zu heute habe es damals außerdem kaum Angebote gegeben, um Deutsch zu lernen. Daher gehe es an diesem Nachmittag vor allem darum zusammen mit Migrantinnen und Migranten ins Gespräch zu kommen. Die Frage „warum könnt ihr kein Deutsch?“ sei hier fehl am Platz. Vielmehr gehe es darum die Gäste zu fragen: „Was bedeutet Sprache für mich?“.

Um dies zu beantworten wurden drei Arbeitsgruppen eingerichtet, bei denen Migrantinnen und Migranten über ihre Erfahrungen diskutieren konnten. Neben der Frage nach der Bedeutung der Sprache für jeden Einzelnen wurde in weiteren zwei Arbeitsgruppen darüber diskutiert, wie Sprachprobleme im Alter angegangen werden und wie sich Migrantinnen und Migranten bei Behördengängen verständlicher machen könnten.

Dabei stellte sich heraus, dass nach wie vor Beratungen und Informationsangebote zu den Themenbereichen Rente, Gesundheit und dem Älterwerden in unterschiedlichen Sprachen benötigt werden. Insgesamt, so pflichtete Nargess Eskandari Grünberg bei, müssten Behörden weiterhin daran arbeiten, Angebote für Migrantinnen und Migranten mit sprachlichen Defiziten so barrierefrei wie möglich zu gestalten, damit auch diese davon profitieren können. Dass es nie zu spät ist die deutsche Sprache zu lernen zeigte vor allem die zweite Arbeitsgruppe. Es wurde angeregt auch Deutschkurse anzubieten, die sich explizit an Seniorinnen und Senioren richten. Diese Kurse müssten besonders lebensnah gestaltet sein, im näheren Umfeld des jeweiligen Wohnortes veranstaltet werden und weiterhin kostenlos sein.

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