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30.04.2015 um 15:00 Uhr

Integrationsdezernentin Eskandari-Grünberg besucht Aktionswoche zum Thema Flucht

Projekt an der IGS Nordend

Die IGS Nordend veranstaltete vom 27. bis 30. April eine Aktionswoche zum Thema Flucht. Organisiert von acht Schülern, enstand in dieser Zeit eine Zeltstadt auf dem Schulhof - Zelte, wie sie das UNHCR zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzt.

Zum Abschluss der Aktionswoche Flucht besuchte Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg die IGS-Nordend und kam mit den Schülern der Arbeitsgruppe und Schülervertreterinnen der IGS ins Gespräch. "Die Aktionswoche der Schüler der IGS-Nordend zum Thema Flucht ist eine großartige Veranstaltung und ich freue mich, mit den Schülern, die diese Veranstaltung organisiert haben, persönlich ins Gespräch zu kommen. Demokratie und Willkommenskultur leben davon, dass sich Menschen informieren und sich engagieren. Als Integrationsdezernentin betone ich immer wieder, dass Mauern zuerst in den Köpfen entstehen bevor sie für andere zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Dass Menschen zu tausenden im Mittelmeer ertrinken ist eine traurige Tatsache und wir kommen nicht umhin, die Schuld für diese Tragödie auch in Europa zu suchen.

Unsere Aufgabe in der Politik und in der Gesellschaft ist, es Mauern in den Köpfen abzubauen. Dies funktioniert aber nur, wenn Menschen bereit sind, Ihr Denken zu ändern. Hierzu müssen wir auf Menschen zugehen, uns auf sie einlassen. Wichtig ist es, sich zu fragen: Was ist die Lebensgeschichte eines Flüchtlings, warum kommen die Menschen zu uns und was brauchen die Menschen, die zu uns kommen?

Die Schüler der IGS-Nordend haben es geschafft, ihren Gedanken Wirklichkeit werden zu lassen. Sie haben sich darauf eingelassen Antworten auf diese Fragen zu finden. Am Ende stehe ich vor Schülerinnen und Schülern, die es geschafft haben, mehrere Akteure zu einer gemeinsamen Aktion zu bewegen. Ich stehe vor Schülerinnen und Schülern, die Willkommenskultur leben und denen ich von ganzem Herzen dafür danke, dass Sie mit Ihrer Aktion nicht nur ihr eigenes Bewusstsein zum Thema Flucht erweitert, sondern auch einen gesellschaftlichen Impuls gegeben haben.

Was bedeutet es, sein eigenes Land zu verlassen, sich auf die Flucht zu begeben und in einem neuen Land anzukommen, in dem man weder die Sprache, noch die Kultur kennt? Wir müssen auf Flüchtlinge zugehen. Das sage ich nicht nur aus einer humanistischen Verantwortung heraus, sondern auch, weil diese Menschen eine Chance für unser Land darstellen. Deutschland braucht eine Zuwanderung von 500.000 Menschen. Es ist unsere Aufgabe, den Menschen, die zu uns kommen, eine Perspektive zu bieten. Wir müssen sie integrieren und dürfen sie nicht über Monate hinweg im Ungewissen über ihr weiteres Schicksal lassen. Flüchtlinge brauchen Sprachkurse, wir müssen ihre Bildungsabschlüsse anerkennen, wir müssen Ihnen eine Chance geben, die Schule zu besuchen, eine Ausbildung abzuschließen und einen Beruf zu ergreifen – und wir müssen ihnen die Chance geben, einen Beruf zu ergreifen, der ihrem Bildungsniveau entspricht. Es kann nicht sein, dass ausgebildete Ärzte die unter schwierigsten Bedingungen operierten, in Deutschland nicht mal ein Pflaster aufkleben dürfen und zum Nichtstun verdammt sind.

Wir brauchen eine intelligente Integrationspolitik und wir brauchen Menschen, die auf Flüchtlinge zugehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und verstehen, was diese Menschen bewegt, was sie können, was sie wollen. Wir brauchen Menschen, die gewillt sind, Flüchtlingen eine Heimat zu geben. Die Aktion in der IGS-Nordend ist für mich eine großartige Leistung und ich möchte allen herzlichst danken, die diese Aktion möglich gemacht haben. Sie ist gelebte Willkommenskultur, sie ist gelebte Demo

Adresse

Integrierte Gesamtschule Nordend (IGS)

Hartmann-Ibach-Straße 54-58
60389 Frankfurt am Main

E-Mail: poststelle.igs-nordend@stadt-frankfurt.de
Telefon: 069-21230855
Fax: 069-21234283
Web: http://www.igs-nordend.de

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