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17.11.2015 um 10:15 Uhr

Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg zu den Anschlägen in Paris

Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg zeigt sich tief betroffen von den Anschlägen in Paris: "Als Integrationsdezernentin verurteile ich die Anschläge von Paris aufs Schärfste. Mein Beileid und meine Solidarität gehören in diesen schweren Stunden den Hinterbliebenen der Opfer. Diese Anschläge sind zugleich ein Angriff auf unsere freiheitliche Demokratie und unsere Werte. So sehr uns diese unfassbare Tat berührt, so kommt es gerade jetzt darauf an, dass wir besonnen sind und uns nicht spalten lassen. Es ist an uns, jetzt zusammen zu stehen, unsere Solidarität mit den Hinterbliebenen zu bekunden und zugleich dafür einzustehen, dass wir unsere Werte nicht zur Disposition stellen.

Denn die Menschen, die vor dem IS zu uns fliehen, sie brauchen unseren Schutz und die Anschläge dürfen weder Wasser auf die Mühlen derer sein, die gegen Flüchtlinge hetzen, noch derer, die gegen den Islam als Religion hetzen – denn sonst haben die Terroristen genau das erreicht, was wir nicht wollen: eine Spaltung unserer Gesellschaft, die ihnen als weiteres Rekrutierungsfeld dient.

Am Sonntag versammelten sich 150 Neonazis in Wetzlar. Die Angriffe auf Asylbewerberheime sind in den letzten Monaten enorm angestiegen. Die KZ-Gedenkstätte in Buchenwald registriert mehr provozierende Auftritte von Neonazis, als in den vergangenen Jahren und dass ausgerechnet am 9. November, einem der schicksalsträchtigsten Daten unserer Geschichte, Pegida in Dresden zu einer Demonstration aufrief, zeigt uns, dass wir wachsam sein müssen.

Denn Rechtsextremismus und islamistischer Terror sind zwei Seiten einer Medaille – sie kennen keine Freiheit, sie kennen nur Hass und Ausgrenzung. Es sind gerade muslimische Eltern, die besorgt sind um ihre Kinder. Sie haben Angst, dass diese in die Fänge derer geraten, die für Hass und Terror verantwortlich sind. Wir müssen in dieser Zeit zusammenstehen, den Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft einen Platz geben und unsere Freiheit, zu der auch unsere Religionsfreiheit gehört, verteidigen.

Dazu gehört für mich auch, dass wir die zu uns kommenden Flüchtlinge so früh wie möglich integrieren, ihnen unsere Sprache und unsere freiheitlichen demokratischen Werte vermitteln, ihre Bildungsabschlüsse anerkennen und dafür Sorge tragen, dass sie in der Mitte unserer Gesellschaft einen Platz finden. Denn Hass, Populismus und der Ruf nach Exklusion, wie sie nach solchen Anschlägen oft laut werden, dürfen nicht auf fruchtbaren Boden fallen, denn sonst haben wir den Kampf gegen Extremismus verloren. Das ist die Aufgabe, der wir uns jetzt als demokratische Gesellschaft gemeinsam stellen müssen."

Adresse

Dezernat XI - Integration und Bildung

Hasengasse 4
60311 Frankfurt am Main

E-Mail: integrationsdezernat@stadt-frankfurt.de
Telefon: 069-21233112
Fax: 069-21230722
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