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29.06.2018 um 15:00 Uhr

Kompetenzzentrum zur beruflichen Integration wird ein Jahr alt

Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber würdigt die Arbeit mit Geflüchteten und zieht Bilanz

Vor einem Jahr startete das Kompetenzzentrum zur beruflichen Integration und Nachqualifizierung der Walter-Kolb-Stiftung e.V. als Beratungsangebot für Geflüchtete. Seither haben knapp 220 Personen mit Fluchterfahrung das Kompetenzzentrum aufgesucht, um sich Rat und Hilfestellung rund um den Start in Ausbildung, Studium oder Beruf zu holen.

Die Anliegen der Ratsuchenden sind vielfältig: Angefangen von der Hilfestellungen bei der Anerkennung von Zeugnissen, Beratung im Hinblick auf Bewerbungsschreiben, Erläuterung des deutschen Bildungs- und Ausbildungssystems, das Absolvieren von Vorstellungsgesprächen bis hin zur Vermittlung von Orientierungspraktika und Ausbildungsstellen reicht die Bandbreite der Themen, bei denen die zwei Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Geflüchtete unterstützen. Das Kompetenzzentrum kann dabei auf das Netzwerk an Firmen zugreifen, das die Walter-Kolb-Stiftung in ihrer langjährigen Beratungspraxis aufgebaut hat.

Von den Mitgliedern der Walter-Kolb-Stiftung ging auch die Gründung des Kompetenzzentrums aus: „Die Walter-Kolb-Stiftung gibt seit ihrer Gründung vor fast 60 Jahren jungen Berufstätigen mit Motivation und Potential Rat und Hilfe zur beruflichen Weiterentwicklung. In diesem Geist ist auch das Kompetenzzentrum gegründet worden, um Geflüchteten die Bildungs- und Berufschancen zu ermöglichen, die ihrer Qualifikation und ihren Interessen entsprechen“, erläutert Jochen Suchan, Vorsitzender des Vereins, die Motivation für das Beratungsangebot.

Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber sieht die Ausgangssituation für die berufliche Integration als gut an: „Der überwiegende Teil der Ratsuchenden im Kompetenzzentrum kommt aus Syrien und Afghanistan. Über ein Drittel von ihnen hat ein abgeschlossenes Studium, meist im technischen, pädagogischen oder medizinischen Bereich. Über 40 Prozent bringen eine abgeschlossene Berufsausbildung mit und ebenso viele haben langjährige handwerkliche Berufserfahrung. Meist sind die Deutschkenntnisse so gut, dass die Beratung auf Deutsch stattfindet.“

Das Kompetenzzentrum erfragt zunächst den aufenthaltsrechtlichen Status der potentiellen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und erstellt ein Profil der vorhandenen Kompetenzen. Sind die Voraussetzungen gegeben, kontaktiert das Kompetenzzentrum potentielle Arbeitgeber. Einer Arbeitsaufnahme oder Ausbildung geht in der Regel ein mehrwöchiges Praktikum voraus, um beiden Seiten das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen.

„In der Beratung sind viele ausgebildete Fachkräfte, die der deutsche Arbeitsmarkt gut gebrauchen kann. Darunter sind Bauingenieure, Maschinen- und Karosseriebauer oder Bankkaufleute mit langjähriger Führungserfahrung im arabischen Finanzwesen“, so gibt Sylvia Weber Beispiele für die Profile der Geflüchteten im Kompetenzzentrum. „Von den Akademikern in der Beratung hat das Kompetenzzentrum fast 90 Prozent in Arbeit oder weiterführende Maßnahmen vermitteln können, bei den Personen mit beruflichen Abschlüssen gelang dies sogar bei 100 Prozent. Sogar bei den Personen ohne formellen Abschluss konnten 100 Prozenzt in Arbeit, Ausbildung, Schule, Studium oder Weiterbildungen vermittelt werden.“

Finanziert wird das Kompetenzzentrum aus Mitteln der Walter-Kolb-Stiftung mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung, der randstad stiftung sowie der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. „Erst die Kooperation hat das Kompetenzzentrum zur beruflichen Integration von Flüchtlingen möglich gemacht. Ich danke ausdrücklich den beteiligten Stiftungen für ihr Engagement“, so betont die Integrations- und Bildungsdezernentin die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner.

Für Sylvia Weber ist aber auch klar, dass trotz der geringeren Zahl an Asylsuchenden die berufliche Integration eine zentrale Aufgabe bleibt: „Viele Geflüchtete erreichen erst nach und nach ein Sprachniveau in Deutsch, das für die Aufnahme einer Beschäftigung ausreichend ist. Wir brauchen das Kompetenzzentrum noch über viele Jahre hin, um Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln.“

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