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13.09.2018 um 09:45 Uhr

Konfliktmanagement in Frankfurter Stadtteilen stärken

Großes Interesse an Demokratiekonferenz

Von Anna Frerich

Unter dem Motto "Zusammen ist man weniger allein" hat am 10. September 2018 die sechste Demokratiekonferenz des Kooperationsprojekts Partnerschaft für Demokratie in Frankfurt stattgefunden. Bei den Teilnehmenden der Veranstaltung bestand Einigkeit darüber, dass dringender Bedarf besteht, das Konfliktmanagement in den Stadtteilen weiter zu verbessern. 

Mit rund 70 Teilnehmenden war die Demokratiekonferenz im Mehrgenerationenhaus im Frankfurter Gallus-Viertel sehr gut besucht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fragen, wie nachbarschaftliches Miteinander in unserer Stadt gelingen kann und was Vereine, Initiativen und Engagierte in ihrem Stadtteil für ein gleichberechtigtes Zusammenleben tun können.

Studie belegt Vermittlungsbedarf

Der Soziologe Boris Nieswand von der Universität Tübingen redete zum Thema "Vielfalt im Stadtteil" über alltägliche Nuancen, die das Verständnis von Gesellschaft prägen. In seinem Vortrag ging er auch auf Bedrohungsszenarien ein, die durch die Emotionalisierung unterschiedlicher Themen großes Konfliktpotential hervorbringen können. Dadurch könnten beispielsweise zwischen Alteingesessenen und Neuzugezogenen eines Stadtteils leicht Spannungen entstehen.

Hervorgehoben wurden in dem Zusammenhang die Ergebnisse einer im Vorfeld der Demokratiekonferenz durchgeführten Studie. Demnach wünschen sich etwa Bewohner_innen des Frankfurter Westens mehr konfliktvermittelnde und demokratiefördernde Projekte für ihren Stadtteil. Dieser Wunsch spiegelte sich auch in Diskussionen der Konferenz-Teilnehmenden wider.

Intensiv diskutiert wurden formale Schwierigkeiten bei Anträgen für Projekte und deren Finanzierung. Eine Teilnehmerin der Konferenz beklagte zum Beispiel, dass diese wegen sprachlicher Barrieren gerade von Migrant_innen schwer zu erfüllen seien.

Großes Interesse bestand auch am Thema Teilhabe und Engagement in den Stadtteilen. Silja Polzin von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen ging in ihrem Beitrag der Frage nach, wie Teilhabe im Stadtteil gestärkt und Mitstreiter_innen für gemeinsame Projekte gewonnen werden können.

Am Ende der Demokratiekonferenz wurde die Notwendigkeit betont, das Konfliktmanagement in Stadtteilen zu stärken und die Bürger_innen intensiver über bestehende Angebote wie des Quartiermanagements zu informieren.

Antidemokratischen Tendenzen präventiv begegnen

Veranstaltet wurde die Konferenz von der Partnerschaft für Demokratie, einem Kooperationsprojekt des Amts für multikulturelle Angelegenheiten, der Stadt Frankfurt und der Bildungsstätte Anne Frank. Das Projekt fördert lokale Projekte, die zum Ziel haben, antidemokratischen Tendenzen, Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit präventiv zu begegnen.

Adresse

Kinder im Zentrum-Gallus e.V. Mehrgenerationenhaus Frankfurt

Idsteiner Straße 91
60326 Frankfurt am Main

E-Mail: info@kiz-gallus.de
Telefon: 069-75846666
Fax: 069-75002954
Web: http://www.kiz-gallus.de/

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