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19.11.2018 um 17:15 Uhr

„Langfristig etwas verändern in unserer Gesellschaft“

Die Crespo Foundation, Gewinnerin des Frankfurter Integrationspreises 2018: Projektleiterin Cora Stein im Interview mit dem AmkA

Die „Crespo Foundation“ fördert Jugendliche und Erwachsene in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und gibt in verschiedenen Projekten den Anstoß für ein selbstbestimmtes Leben. Das 2006 initiierte Stipendium SABA trägt zu erfolgreichen Bildungsverläufen von Migrantinnen bei und ermöglicht jährlich 25 Frauen, ihren Schulabschluss nachzuholen.

Frau Stein, welche Bedeutung hat die Auszeichnung für Sie und Ihre Stiftung?

Die Auszeichnung mit dem Frankfurter Integrationspreis erfüllt uns mit Stolz, vor allem, da es eben unsere SABA-Absolventinnen waren, die uns für den Preis vorgeschlagen haben! Das ist für uns ein weiterer Beweis dafür, dass unser Programm wirklich dazu beiträgt, Lebenswege nachhaltig positiv zu beeinflussen, Perspektiven zu schaffen und langfristig etwas zu verändern in unserer Gesellschaft.

Wo liegen die alltäglichen praktischen Herausforderungen Ihrer Arbeit?

Im Alltag müssen wir zusammen mit unseren Stipendiatinnen leider oft gegen Vorurteile und bürokratische Hürden kämpfen. Noch immer sind viele Arbeitgeber bei der Vergabe eines Ausbildungsplatzes skeptisch, wenn jemand keinen ganz geraden Lebenslauf vorzuweisen hat – obwohl Motivation, Lernbereitschaft und Zuverlässigkeit bewiesen wurden. Werden Sozialleistungen bezogen, so muss mit den entsprechenden Ämtern leider noch oft sehr gut argumentiert werden, damit die Stipendiatinnen ihren Bildungsweg im Erwachsenenalter noch fortsetzen dürfen, um sich so eine Basis für eine qualifizierte, langfristige Beschäftigung zu schaffen.

 

Absolventinnen dank des Stipendienprogramms "SABA" der Crespo Foundation (Foto: Crespo Foundation) 

Gibt es besondere Erfolge Ihrer Arbeit, auf die Sie gerne zurückblicken?

Ein besonderer Erfolg ist für uns die starke Verbundenheit zu dem Programm, die die meisten der mittlerweile über 150 ehemaligen Stipendiatinnen noch empfinden und pflegen. Daraus ist in den letzten 12 Jahren ein sehr starkes Netzwerk entstanden, das auch neuen Stipendiatinnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Glücklich sind wir natürlich auch, dass fast 90% aller SABA-Stipendiatinnen ihren angestrebten Schulabschluss tatsächlich auch erreichen und rund Dreiviertel aller erfolgreichen Absolventinnen danach in eine Aus-oder Weiterbildung einmünden.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft Ihres Projektes?

Unser Ziel ist es, SABA auch in andere Städte und Regionen in Deutschland zu bringen, um auch dort die Potenziale von motivierten Migrantinnen sichtbar zu machen. Dafür suchen wir interessierte Projektpartner, die mit uns gemeinsam neue SABA-Standorte aufbauen möchten.

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