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26.11.2015 um 15:30 Uhr

Leben und Arbeiten: Broschüre für Rumänen und Bulgaren erschienen

Gemeinsames Projekt der Städte Offenbach und Frankfurt am Main

Das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt Offenbach und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen über das Leben in den beiden Städten in drei Sprachen aufgelegt.

Das Rhein-Main-Gebiet ist seit vielen Jahren Ziel von Wanderungsbewegungen. Auch im Zuge der EU-Erweiterung und der Personenfreizügigkeit für Bulgarien und Rumänien kommen viele Menschen in die Region. Ziele sind insbesondere die beiden Städte Frankfurt am Main und Offenbach am Main. In der Vergangenheit wurden Menschen aus Bulgarien und Rumänien oft von Landsleuten falsch beraten oder sie kamen mit unrealistischen Vorstellungen nach Deutschland. In nicht wenigen Fällen mussten Leistungen wie die Begleitung zu Ämtern durch diese „Helfer“ teuer bezahlt werden, Wohnraum wird zu überdimensionierten Preisen vermietet.

Das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt Offenbach und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt wollen diesem Missstand aktiv entgegen treten und haben aus diesem Grund eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen über das Leben in den beiden Städten in drei Sprachen aufgelegt. Die interkommunale Zusammenarbeit erscheint sinnvoll, da die identifizierten Probleme in beiden Kommunen ähnlich sind, es eine hohe Mobilität der Zielgruppe zwischen beiden Städten gibt und auch die Beratungsangebote oftmals nicht an den Stadtgrenzen aufhören.

Die Broschüre enthält amtlich geprüfte Informationen für die Erstorientierung der Neuzuwanderer in der Region Frankfurt-Offenbach, das heißt Kontaktdaten und eine (Erst-) Aufklärung über Rechte und Pflichten. Beide Städte erhoffen, dass diejenigen Menschen, die sich über diesen Weg informieren, weniger anfällig sind für Missbrauch und Ausbeutung. Inhaltlich sind neben den Fachämtern der beiden Städte das Projekt „Faire Mobilität“ des DGB Frankfurt und die Migrationsberatung für Erwachsene der AWO Offenbach beteiligt.

Die Broschüre ist in einer einfachen Sprache gehalten, unterstützt durch Grafiken, und im Taschenbuchformat gedruckt. Sie ist in deutscher, bulgarischer und rumänischer Sprache erhältlich. Themen sind die Anmeldung in Deutschland, Wohnen, Gesundheit, Arbeit, Kinder und Familienleben, Sprache, Freizeit, Kultur, Ordnung und Sicherheit. Allesamt Themen, die sich im Zusammenhang mit der EU-Zuwanderung immer wieder als problematisch erwiesen haben.

Die Broschüre wird an öffentlichen Stellen ausgelegt, an denen die Zielgruppe häufig anzutreffen ist: Migrationsberatungsstellen, Ämter, Migrantenorganisationen, Banken, die diplomatischen Vertretungen von Bulgarien, Polen, der Republik Moldawien und Rumänien. Ebenso wird ein Busunternehmen aus der Rhein-Main-Region, das häufig zwischen den Herkunftsländern und der Rhein-Main-Region pendelt, um Verteilung der Broschüre gebeten.

Die Broschüre ist eine von 19 geplanten Maßnahmen aus dem kommunalen Maßnahmenkatalog der Stadt Offenbach zur Integration der Neuzuwanderer aus südosteuropäischen Ländern, deren Umsetzung mit Bundesmitteln finanziert werden konnte. Sie ist die erste kooperative Publikation zweier Ämter aus Offenbach und Frankfurt zum Thema Neuzuwanderung.

Stadträtin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg: „Ich bin sehr erfreut über die gemeinsame Broschüre. Menschen, die nach Frankfurt kommen, dürfen keine Opfer werden von Ausbeutung und Missbrauch. Nur dann kann es ihnen gelingen, hier Fuß zu fassen und ein menschenwürdiges Leben zu führen. Dafür ist die Kenntnis der vielfältigen Beratungsangebote in Frankfurt und auch Offenbach notwendig. Ohne Informiertheit ist ein selbstbestimmtes Leben nicht möglich. Wir freuen uns über die Initiative der Stadt Offenbach zur Zusammenarbeit.“

Stadtrat Dr. Felix Schwenke: „Die Stadt Offenbach wendet sich seit langem gezielt an die osteuropäische Community. Die neue Broschüre ist ein weiterer Baustein in unserer Arbeit. Wir möchten unseren Teil dazu leisten, dass Menschen vor Ausbeutung geschützt werden. Dies ist nicht nur gut für die Menschen, sondern gräbt damit auch den Handlangern, die an der Ausbeutung verdienen, das Wasser ab. Wir sind davon überzeugt, dass die interkommunale Zusammenarbeit mit Frankfurt an dieser Stelle sehr hilfreich sein wird. Ich bin daher sehr froh, dass es zu dieser Kooperation gekommen ist.“

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