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20.03.2014 um 10:30 Uhr

Lotsinnen in ein gesünderes Leben

25 Gesundheitslotsinnen klären Migrantinnen und Migranten in Frankfurt über gesundheitliche Prävention auf

Das Motto der diesjährigen Tage der offenen Tür am 22. und 23. März lautet „Welt – Heimat – Frankfurt“. Was liegt da näher, als an diesem Wochenende ein neues, einzigartiges interkulturelles Angebot vorzustellen, das das Amt für Gesundheit in Kooperation mit der Servicestelle Bürgerbeteiligung und dem Selbsthilfe e.V. entwickelt hat. Die Gesundheitslotsinnen – 25 an der Zahl – sollen Migrantinnen und Migranten auf verschiedenen Veranstaltungen über gesundheitliche Prävention aufklären.

Eine der Lotsinnen ist Kiangenda Trésor Sungu-Winkler. Die im Kongo geborene  Krankenpflegerin studiert in Darmstadt Pflege-und Gesundheitswissenschaften. Sungu-Winkler hat inzwischen bereits drei Termine zur gesundheitlichen Prävention für Migrantinnen und Migranten organisiert. Themen waren Ernährung im Kindes- und Jugendalter, Familienplanung, sexuelle Übertragbarkeit von Krankheiten sowie Impfungen für Frauen. Eingeladen wurde sie von der Katholischen Familienbildungsstätte Nordweststadt und vom Verein „Infrau“. „Es waren zwischen 10 und 20 Leute da, und es war sehr unterschiedlich. Mal wurde erstmal zugehört und dann gefragt, beim letzten Termin wurde dagegen von Anfang sehr viel gefragt und diskutiert“, berichtet Sungu-Winkler von ihren ersten Einsätzen als Gesundheitslotsin.

Hans Wolter vom „Gesunde Städte Projekt“ im Amt für Gesundheit hatte schon länger die Idee, gesundheitliche Prävention stärker in die Lebenswelten der Migrantinnen und Migranten hineinzutragen. „2012 konnten wir dann endlich das Projekt angehen“, freut sich Wolter.  Alle Fachabteilungen des Amts für Gesundheit erarbeiteten gemeinsam einen Lehrplan für die Ausbildungskurse. 

Ausbildung wird fortgesetzt

Im November 2012 wurde ein Aufruf an Migrantenvereine, religiöse Gemeinschaften, Karitative und Soziale Projekte und andere Organisationen verschickt. „Grundvoraussetzungen waren Mehrsprachigkeit und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Von Vorteil war eine Beziehung zu Medizin, Gesundheit oder Pädagogik“, umreißt Wolter das Anforderungsprofil. Wichtig war darüber hinaus die Zugehörigkeit zum Beispiel zu einem Kulturverein oder einer sozialen Einrichtung in einem Frankfurter Stadtteil.

Auf zehn Abendveranstaltungen und an drei Wochenenden wurden die Gesundheitslotsinnen geschult. Alle Teilnehmerinnen erhielten zum Abschluss des Kurses ein Zertifikat. Allerdings mussten sie vorher erfolgreich eine Veranstaltung durchgeführt haben. „Die Ausbildung bestand aus zwei Teilen. Einem theoretischen – hier wurde uns der Stoff beigebracht – und einem praktischen Teil, in dem Moderationsübungen im Mittelpunkt standen“, berichtet Sungu-Winkler von ihrer Ausbildung. Lehrgangsthemen waren unter anderem Patienten- und Verbraucherrechte, Mütter- und Kindergesundheit, seelische Gesundheit sowie Unfallprävention.

Da das Angebot seit seiner Premiere sehr viel Zuspruch hat und die Arbeit der Gesundheitslotsinnen gut angenommen wird, soll es auch eine Fortsetzung der Ausbildung geben. „Der nächste Kurs wird voraussichtlich im ersten Quartal 2015 beginnen“, sagt Hans Wolter.

Thomas Waldherr

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