News News date:
01.12.2016

„Mit HIV kann ich leben, aber mit Diskriminierung nicht!“

Welt-AIDS-Tag am 01.12.2016

Am 1. Dezember 2016 fand der bereits seit 1988 jährlich veranstaltete Welt-AIDS-Tag statt. Seit der ersten Veranstaltung machen weltweit verschiedene Organisationen regelmäßig auf das Thema HIV und AIDS aufmerksam und rufen zur gemeinsamen Solidarität mit betroffenen Menschen auf. Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft sollen daran erinnert werden, dass die Infektionsgefahren und Erkrankungsrisiken leider immer noch existieren, und dass trotz aller medizinischen Fortschritte bisher kein absolutes Heilmittel entwickelt werden konnte.

Zugleich grassieren bei der Bevölkerung trotz langjähriger medialer Aufklärungskampagnen immer noch einige Wissenslücken sowie irrationale Ängste und Unsicherheiten - sowohl in Bezug auf die tatsächlichen Ansteckungsgefahren, als auch konkret im Kontakt und Umgang mit Risikogruppen und Betroffenen.

Eine HIV-Infektion kann jede Person treffen! Nach aktuellem medizinischem Stand ist die Infektion derart gut behandelbar, dass trotz den Nebenwirkungen einer regelmäßigen Therapie - medizinisch gesehen - ein fast „normales“ Leben möglich ist. Männerliebende Männer, wie z.B. Schwule und Bisexuelle, sind von HIV-Infektionen häufiger betroffen. Eine andere sexuelle Orientierung und/oder geschlechtliche Identität kann in vielen Lebensbereichen zu Andersbehandlungen und Diskriminierungen führen. Das kann zusammen mit einer HIV-Infektion, welche eine stark stigmatisierende Erkrankung ist, sehr belastend sein. Daher lautet eines der diesjährigen Mottos für den Welt-AIDS-Tag „Mit HIV kann ich leben, aber mit Diskriminierung nicht!“.

HIV-positive Schwule und Bisexuelle sind mehrfachen gesellschaftlichen Abwertungen in ihren Communities, dem Arbeitsleben und im Alltag ausgesetzt. Es ist keine Seltenheit, wenn HIV-positive Schwule und Bisexuelle teils neue Freundschaften nach einem Coming-Out ihrer Diagnose aufbauen müssen. Auch entstehen oft am Arbeitsplatz Konflikte. Medizinisch betrachtet gibt es in der Regel keine Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit von HIV-Positiven. Die Fürsorge für Mitarbeiter_innen mit HIV auf einer Arbeitsstelle ist ein Ausdruck von einer wertschätzenden diversitätsbewußten Unternehmenskultur. Unternehmensführungen und Belegschaften, die gut über HIV informiert sind, können zu HIV-positiven Beschäftigten in der Regel ein unbelastetes Verhältnis aufbauen. Eine Broschüre mit Handlungsempfehlungen für Betriebe und Arbeitgeber_innen findet sich im Anhang an diesen Artikel.

Der Welt-AIDS-Tag bildet nach wie vor ein notwendiges öffentlichkeitswirksames Instrument – um einerseits weitere Aufklärung über Vorbeugungs-, Behandlungs- und Hilfsangebote zu betreiben, aber auch um den leider immer wieder um sich greifenden gesellschaftlichen Ausgrenzungstendenzen ein wichtiges Zeichen für gegenseitige Toleranz und gemeinsame Solidarität entgegen zu setzen.

Artikelinformationen

Stadtteile: Alle
Zurück