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27.05.2013 um 12:45 Uhr

Neue Koordinierungsstelle beim AmkA

Aktiv für die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen und Transgender

Im Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) soll eine neue Koordinierungsstelle als stadtinterner Ansprechpartner für die Belange von Lesben, Schwulen, und Transgender eingerichtet werden. Das berichtet der Magistrat in seiner aktuellen Vorlage B 259. Schwerpunkte der Arbeit der Koordinierungsstelle sollen Beratung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Initiativen lesbischer Frauen, schwuler Männer und Transgender sein.

Frankfurt zählt zu den deutschen Städten mit vielen lesbischen und schwulen Einwohnern. Schätzungen gehen von insgesamt 40.000 bis 50.000 Frauen und Männern aus. Schwule, lesbische oder transsexuelle Lebensweisen sind, trotz aller Fortschritte, noch immer nicht gesellschaftlich völlig akzeptiert. Zu den Problemen gehören unter anderem Diskriminierung am Arbeitsplatz, in Schule und Ausbildung oder bei der Wohnungssuche, sowie Gewalterfahrungen.

„Die Ergebnisse des Runden Tischs zu diesem Thema haben deutlich gemacht, dass eine institutionelle Verankerung der Arbeit für die Belange von Lesben, Schwulen und Transgender notwendig ist. Mit der Koordinierungsstelle wollen wir uns aktiv für ein gleichberechtigtes Miteinander der Stadtbevölkerung einsetzten und die im Integrations- und Diversitätskonzept formulierten Ziele voranbringen“, sagt Nargess Eskandari-Grünberg, Dezernentin für Integration. Eine weitere Aufgabe der vorgesehenen Koordinierungsstelle sei es, die bisher nur wenig berücksichtigten Belange von Lesben, Schwulen und Transgender mit Migrationshintergrund stärker in das Bewusstsein zu rücken. „In manchen Herkunftsländern sind die Themen Homo- oder Transsexualität mit starken Tabus belegt. Lesben, Schwule und Transgender mit Migrationshintergrund erleben in ihren Familien und in ihrem näheren Umfeld daher mitunter besondere Belastungen und sind in der allgemeinen Öffentlichkeit oft von Mehrfachstigmatisierungen und Isolierung betroffen“, so die Integrationsdezernentin.

Die Koordinierungsstelle soll die Arbeit des bislang im Dezernat IV angesiedelten Runden Tischs fortführen und dabei von den Erfahrungen des AmkA profitieren. „Um den Anforderungen und Erwartungen an eine solche Koordinierungsstelle zu genügen, sind Kompetenzen bei Präventionsarbeit, Konfliktbewältigung und im Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen erforderlich. Das AmkA kann durch seine langjährige Arbeit in diesen Bereichen eine innovative und effektive Arbeitsweise sicherstellen“, erläutert Eskandari-Grünberg. Mit der Koordinierungsstelle unterstreicht die Stadt Frankfurt insgesamt die Bedeutung der Antidiskriminierungsarbeit. „Für Ausgrenzung aufgrund sexueller Identität gibt es bei uns keinen Platz“, betont Eskandari-Grünberg. In diesem Zusammenhang begrüße sie auch den aktuellen Vorstoß, im Vorfeld des Frankfurter Christopher Street Days einen jährlichen Empfang für die Vertreter der verschiedenen Verbände und Gruppen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender im Kaisersaal des Römers auszurichten.

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