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20.03.2015 um 09:45 Uhr

Pathways to Success

Wege zum Erfolg in der Migrationsgesellschaft

Das Dezernat für Integration und das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück hat am Dienstag, 17. März, zu einem Fachgespräch mit dem Titel „Wege zum Erfolg in der Migrationsgesellschaft: Was fördert – oder verhindert – den sozialen Aufstieg der zweiten Generation?“ in den Plenarsaal des Römers eingeladen. Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg hat die Gesprächsrunde eröffnet.

Vorgestellt wurden die aktuellen Ergebnisse des Forschungsprojektes „ELITES – Pathways to Success“, das sich mit den erfolgreichen Bildungs- und Berufskarrieren von Nachkommen von Einwanderern in sechs Ländern beschäftigt hat. Gefördert durch die Stiftung Mercator und durchgeführt vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück, beleuchtet das Projekt speziell in Deutschland den Einfluss von institutionellen und familiären Faktoren auf den schulischen und beruflichen Werdegang von Kindern türkischstämmiger Einwanderer.

Wie Integration gelingen kann

Nargess Eskandari-Grünberg betonte in ihrer Eröffnungsrede den Aspekt nötiger gesellschaftlicher Veränderungen, damit Integration gelingen kann: „Schulen bauen alleine hilft nicht. Ich möchte hinzufügen: Bildung alleine ist auch kein Schlüssel zur Integration. Es stellt sich nämlich die Frage, ob ein guter Schulabschluss alleine ausreicht, um einen Beruf ergreifen zu können, der sehr angesehen ist. Ganz offensichtlich finden sich auch an dieser Schnittstelle Hindernisse, die wir kennen sollten und nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Deswegen finde ich es auch so spannend, dass Forscherteam der Studie Pathways to Success seine Perspektive gerade auch auf die Erfolgreichen gerichtet hat. Welche Faktoren waren für sie wichtig, trotz aller vorgefundenen Hürden ein sehr gutes Studium abzuschließen und einen Beruf mit hohem sozialem Status zu ergreifen? Fühlen sie sich als eine Avantgarde? Oder eher als Einzelkämpfer?

Integration bedeutet längst nicht mehr, sich in eine Kultur zu integrieren. Längst prägt eine Vielfalt von individuellen, neuen Lebensentwürfen die heutige Stadtgesellschaft - und auch das Arbeitsleben. Auch dort ist Integration eine Frage der Haltung. Bildung und der Zugang zu gesellschaftlich angesehenen Berufen sind dabei Schlüsselthemen.“

Wege zum Erfolg in der Migrationsgesellschaft

„Die Befragten haben nicht nur so gut wie keine ihren Fähigkeiten entsprechende Förderung erhalten, sie wurden auch in der Schule, im Studium und beim Einstieg in den Beruf immer wieder mit Stereotypen oder gar diskriminierenden Vorurteilen konfrontiert“, so der Sozialgeograph und Direktor des IMIS Andreas Pott.

Neben Pott als Projektleiter haben Jens Schneider und Christine Lang die Studie in Deutschland durchgeführt. Sie verdeutlicht, dass diese erfolgreichen türkischstämmigen Frauen und Männer heute als Pioniere nicht nur Vorbildcharakter für andere Kinder aus Einwandererfamilien haben. „Ihre Aufstiege haben vielmehr auch das Potenzial, der demografischen Normalität der Vielfalt auch in den beruflichen Feldern zum Durchbruch zu verhelfen, in denen sich die Vielfalt der Bevölkerung noch in keiner Weise widerspiegelt“, so Schneider. Dazu gehört nicht zuletzt der Öffentliche Dienst, wie Christine Lang betont: „In der Öffentlichen Verwaltung und im Staatsdienst sind Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte noch deutlich unterrepräsentiert. Hier besteht erheblicher Nachholbedarf.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Titel „Alles nur Note und Leistung? Arbeitsfelder für Juristen und ihre Perspektive für interkulturelle Öffnung“ diskutierten Vural Sari, Rechtsanwalt in Frankfurt, und Mustafa Yilmaz, Richter am Arbeitsgericht Frankfurt - beide waren Interviewpartner des Projekts - sowie Ünal Yalcin, Sprecher der Fachgruppe Interkulturelle Kommunikation in der Neuen Richtervereinigung (NRV) und Richter am Arbeitsgericht Stuttgart, die Ergebnisse der Studie. Sie berichten im Gespräch mit Moderator Meinhard Schmidt-Degenhard von ihren eigenen Erfahrungen bei ihrem Bildungsweg und dem Einstieg in den Beruf.

Adresse

Römer

Römerberg 27
60311 Frankfurt am Main

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