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17.12.2014 um 15:15 Uhr

Rattenfängern nicht auf den Leim gehen

Kirchendezernent Becker warnt vor Unterstützung antireligiöser und islamfeindlicher Gruppen

„Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft hängt davon ab, dass wir auf Dauer für ein gutes und gesundes Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und Religionen in unserem Land eintreten. Eine blinde Stimmungsmache gegen einzelne Religionen, wie sie die 'GIDA-Bewegung' mit ihren Aktionen etwa in Dresden oder Kassel gegen eine vermeintliche 'Islamisierung des Abendlandes' anstachelt und betreibt, verbreitet nicht Frieden und ein harmonisches und vertrauensvolles Miteinander, sondern Hass und Argwohn, der zu Unfrieden führt“, erklärt der Frankfurter Kirchendezernent Uwe Becker.

„Ich sehe Menschen, die sich Gedanken um die gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land machen. Ich sehe Menschen, die mit Sorge die demografische Veränderung und die zunehmende Internationalisierung der Gesellschaft betrachten. Und ich sehe Menschen, die in der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen ein Risiko für das Funktionieren unserer sozialen Systeme sehen. Diesen Ängsten müssen wir verantwortlich begegnen, sie ernst nehmen und sie den Menschen mit Blick auf Chancen und positive Perspektiven einer bunter werdenden Gesellschaft nehmen“, so Stadtkämmerer Becker weiter.

Kommen Flüchtlinge nach Deutschland, gebühre ihnen zunächst Fürsorge und christliche Nächstenliebe. Viele dieser Menschen seien gut gebildet und könnten auch dauerhaft zur Bereicherung der Gesellschaft beitragen, indem sie etwa beim vielfach zitierten Fachkräftemangel wichtige berufliche Funktionen übernehmen.

Gleichzeitig warnte Kirchendezernent Becker vor den Methoden der „Rattenfänger in neuer Kleidung“: „Jene, die diese Aktionen organisieren und vom ‚Abendland‘ sprechen, wollen die Menschen eher in die Nacht führen, als sich um eine friedliche Gesellschaft sorgen. Der Islam ist keine Bedrohung, sondern Teil der Lebensrealität unserer freien und offenen Gesellschaft. Nicht erst die verfassungsmäßige Religionsfreiheit, sondern der Respekt jedes Einzelnen im Umgang mit seinen Nachbarn gebietet es, auch dessen religiöse Anschauung zu akzeptieren und dessen Glauben zu respektieren, gerade auch, wenn dieser offen in der Gesellschaft praktiziert wird.“

Der allergrößte Teil der in Frankfurt lebenden Muslime praktiziere einen offenen und friedlichen Islam und trage so zur Vielfalt und Buntheit der Stadt bei, die Frankfurt so attraktiv macht.

„Frankfurts Attraktivität als Wohn-, Arbeits- und Investitionsstandort hängt auch vom offenen gesellschaftlichen Klima der Stadt ab. Deshalb ist es wichtig, dass wir in unserer Stadt jeglichem Aufkommen von Fremden- und Religionsfeindlichkeit entschieden entgegentreten und für ein Miteinander der unterschiedlichen Kulturen eintreten“, betonte Becker abschließend.

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