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19.05.2021 um 11:15 Uhr

Stadt Frankfurt am Main ist Teil des Rainbow Cities Network

LSBTIQ-Koordinierungsstelle im AmkA schafft Verbindungen

Seit 2015 gibt es die LSBTIQ-Koordinierungsstelle im Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA). Im Sommer 2020 ist sie dem Rainbow Cities Network (RCN) – einem Zusammenschluss von Städten, die sich für die Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) einsetzen – beigetreten.

Damit zeigt die Stadt Frankfurt am Main Solidarität. Gerade in Zeiten einer globalen Pandemie, aber auch am Beispiel von LSBTIQ-Geflüchteten, wird deutlich, dass unsere Welt nicht mehr an Landesgrenzen aufhört. Innerhalb des RCN können die beteiligten Städte voneinander lernen.

Was ist das Rainbow Cities Network?

Das Rainbow Cities Network (RCN) wurde am 17. Mai 2013 anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie (IDAHOT) in Den Haag gegründet. Im Mittelpunkt des Städtenetzwerks steht der Austausch von Ideen und Erfahrungen, mit dem Ziel, Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität auf lokaler Ebene zu bekämpfen. Da LSBTIQ-Personen Diskriminierung häufig in ihrer direkten Umgebung erfahren, spielen kommunale und regionale Behörden eine besonders wichtige Rolle. RCN-Mitgliedsstädte betrachten es als ihre Verantwortung, LSBTIQ-Bürger:innen zu schützen und zu unterstützen.

Durch Fotoausstellungen unter einem gemeinsamen Motto (zum Beispiel „Lesbian Visibility“ 2020) zum IDAHOT und bei einem jährlichen Treffen rückt die Community zusammen und vernetzt sich. Außerdem werden jedes Jahr die drei erfolgreichsten städtischen Programme, wie zum Beispiel der Berliner Preis für Lesbische* Sichtbarkeit, vorgestellt, an deren Ideen sich andere orientieren können.

Wer ist dabei?

Das Rainbow Cities Network bietet Raum für den Austausch und fördert die Zusammenarbeit. Aktuell zählt das interaktive Netzwerk 33 Mitglieder aus 17 Ländern: Neben Frankfurt unter anderem Amsterdam (NL), Barcelona (SP), Berlin, Ljubljana (SLO), Reykjavik (IS) und São Paulo (BR).

Welche Ziele verfolgt die Stadt Frankfurt am Main mit ihrer Mitgliedschaft?

Alle Einwohner:innen Frankfurts sollen frei von Diskriminierung leben und sich an einem offenen, gleichberechtigten Dialog beteiligen können. Unterschiedliche Perspektiven sollen in den öffentlichen Diskurs miteinbezogen werden, um eine lebenswerte Stadt für alle zu schaffen. Die LSBTIQ-Koordinierungsstelle der Stadt vernetzt dazu Communitys, städtische Gremien und die breite Öffentlichkeit miteinander.

Neben der Stadt Frankfurt am Main ist die Stadt Heidelberg deutschlandweit die Einzige, bei der die LSBTIQ-Koordinierungsstelle Teil eines weiteren Amtes oder Referates für Diversität ist – und auch europaweit ist dies selten. Gerade im Austausch mit Stellen mit ähnlichen Strukturen kann etwas verändert werden. Mit der Mitgliedschaft im RCN profitiert die Stadt Frankfurt davon, dass andere Städte zu Themen bereits Projekte oder Praktiken erarbeitet haben, die sie angepasst übernehmen kann. Die Stadt Cork hat beispielsweise ein eigenes Arbeitsgremium mit Ämtern aus allen Schlüsselbereichen zu LSBTIQ-Themen.

Über das Städtenetzwerk werden außerdem Themen angesprochen, die nicht auf der lokalen Ebene verhandelt werden. Als in Polen die Aktion "LGBT-freie Zonen" und die verstärkte Verfolgung von LSBTIQ-Menschen begann, haben die Städte im Netzwerk gemeinsam darüber gesprochen und bei ihren Städtepartnern in Polen nachgefragt, was sie zum Schutz ihrer LSBTIQ-Bevölkerung tun. Manche Städte haben daraufhin die Partnerschaft abgebrochen. Das ist starkes Zeichen, das nur funktioniert, wenn sich viele Städte melden.

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