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08.04.2021 um 12:00 Uhr

Stadträtin Weber: "Sinti und Roma sind Teil unserer Stadt"

Grußwort von Integrationsdezernentin Sylvia Weber zum Internationalen Roma-Tag am 8. April

Rassistische Ausgrenzung von Sinti und Roma ist Teil unseres Alltags, auch in Frankfurt. Dies ist ein Faktum – ebenso, dass diejenigen auf Schwierigkeiten stoßen, die Antiziganismus thematisieren.

Diese Erfahrung und die Benachteiligungen, denen Sinti und Roma ausgesetzt sind, hat erst kürzlich die Studie "Ungleiche Teilhabe. Zur Lage der Sinti und Roma in Deutschland" belegt, die von der Arbeitsgemeinschaft "RomnoKher" vorgelegt wurde. Auch in Frankfurt müssen wir jede Art von Antiziganismus ebenso klar benennen und bekämpfen wie alle anderen Formen von Ausgrenzung und Rassismus.

Konsequent weiterarbeiten

Ich bin froh, dass wir in den letzten Jahren andere Akzente setzen konnten. Das Gedenken in der Paulskirche an 600 Jahre Roma in unserer Stadt im Jahr 2018, war ein wichtiges Zeichen der Würdigung und Anerkennung. Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) widmet der Kultur und Lebenssituation der Sinti und Roma eine eigene Programmlinie in unserem stadtRAUMfrankfurt, wo auch ein Projektbüro zur Kultur der Sinti und Roma eingerichtet wird. In einer kritischen Studie des AmkA haben wir uns gegen viele Widerstände der Lebenslage von obdachlosen EU-Bürger/innen angenommen, viele von ihnen Roma.

Und ich bin froh, dass es endlich dazu gekommen ist, dass Frankfurt in der Pandemie-Situation jetzt auch diesen Menschen hilft, so wie es andere Städte längst tun. Das muss auch so bleiben. Aber das kann nicht genug sein. Wir müssen als Stadt in dieser Richtung konsequent weiterarbeiten. Auch das Land Hessen ist hier in der Pflicht. Denn anders als in Baden-Württemberg fehlt bei uns in Hessen ein Staatsvertrag, der die Rechte von Sinti und Roma als geschützte Minderheiten anerkennt.

Großer Verdienst von haupt- und ehrenamtlichen Engagements

Zum Internationalen Roma-Tag sage ich: Sie gehören dazu, Sie sind ein Teil unserer Stadt. Und ich bedanke mich bei allen Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich gegen Antiziganismus und für mehr Miteinander engagieren. Wie sehr dieses Engagement Früchte trägt, zeigen nicht zuletzt die Bildungsprojekte des Förderverein Roma. Im März konnte ich die letzten Absolvent/innen treffen, die ihren Hauptschulabschluss mit Notendurchschnitten von 1,0 bis 2,2 geschafft haben, gegen alle Widerstände. Wir sind als Gesellschaft in der Pflicht, diese jungen Menschen auch auf ihrem weiteren Lebensweg zu unterstützten. 

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