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13.06.2014 um 17:00 Uhr

Stadtverwaltung interkulturell

Städtische Öffentlichkeitsarbeiter diskutieren über interkulturelle Kommunikation im türkischen Volkshaus

Der Ort konnte kaum besser gewählt werden. Das türkische Volkshaus blickt im kommenden Jahr einem runden Jubiläum entgegen. Seit beinahe 50 Jahren ist das Haus ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um den Dialog der mit der größten Migrantengruppe in Frankfurt geht. So sahen es auch die Organisatoren der Veranstaltung „Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit“ der Stadt Frankfurt am Main, das Presse- und Informationsamt und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten, die am 12.06.2014 alle städtischen Öffentlichkeitsarbeiter zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“ geladen hatten.

Rund 60 Kommunikationsfachleute aus allen Bereichen der Stadtverwaltung diskutierten einen Vormittag lang die Auswirkungen einer sich stetig verändernden Stadtgesellschaft auf die städtische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Zentrum stand die Frage: Wie muss die Stadt angesichts der Vielfalt an Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung Ihre Kommunikation verändern? Werden eigentlich alle erreicht, die erreicht werden sollen? Oder gibt es gesellschaftliche Gruppen, die bislang außen vor bleiben?

Die Dezernentin für Integration, Frau Dr. Eskandari-Grünberg stellte zum Beginn der Veranstaltung klar: „Frankfurt ist eine internationale und multikulturelle Stadt. Hier treffen sich Kulturen und Religionen, Lebensentwürfe und Überzeugungen, Sprachen und Bildungsniveaus, Menschen mit und ohne Behinderung und mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen - und das in allen Altersstufen. Es liegt auf der Hand, dass daher auch die städtische Kommunikation vor ganz besonders große Herausforderungen gestellt wird.“

Viele städtische Ämter und Einrichtungen haben ihre Informationsangebote zwar längst auf ihre spezifischen Zielgruppen ausgerichtet. Ein übergreifendes Kommunikationskonzept zum Umgang mit einer vielfältigen Stadtgesellschaft existiert bislang jedoch nicht. Integration und Kommunikation sind Querschnittsaufgaben, die nur durch gemeinsames, „gesamtstädtisches“ Handeln erfolgreich bewältigt werden können. „Ziel des Magistrats ist es, dass die Internationalität und Multikulturalität Frankfurts zu einem selbstverständlichen Bestandteil der städtischen Kommunikation und Repräsentation wird.“, so die Integrationsdezerntentin. Das Netzwerktreffen stellt hierfür einen ersten wichtigen Baustein dar, der in einen langfristigen Prozess der interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung eingebettet ist.

Durchgeführt wurde die Veranstaltung mit fachlicher Unterstützung des Instituts für interkulturelle Management- und Politikberatung GmbH (IMAP). Geschäftsführer Bülent Arslan erläuterte in seiner Einführung die grundlegende Bedeutung interkultureller Kommunikation für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und stellte wichtige Indikatoren dar, die bei der Planung der einzelnen Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Anschließend wurden die unterschiedlichen Aspekte interkultureller Kommunikation in Workshops konkret auf die einzelnen Arbeitsbereiche und –abläufe der Teilnehmenden bezogen. So wurden beispielsweise Themen wie die zielgruppengerechte Ansprache durch Texte und Bildsprache sowie die Konzeption von Veranstaltungen behandelt. Chancen und Hindernisse wurden in den einzelnen Arbeitsbereichen gegenüber gestellt und einer ersten Bewertung unterzogen.

„Die Ergebnisse stellen eine gute Grundlage für weiterführende interkulturelle Trainings dar“, stellten die beiden Amtsleiter Nikolaus Münster (Presse- und Informationsamt) und Dr. Armin v. Ungern-Sternberg (Amt für multikulturelle Angelegenheiten) zufrieden fest. Auch die Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich hoch motiviert und viele wollen wieder kommen. Rund 40 Anmeldungen für weiterführende Veranstaltungen liegen bereits vor.

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