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19.09.2015 um 14:45 Uhr

„Stile kombinieren – Neues wagen“

Am 20. September findet die erste interkulturelle Modemesse in Frankfurt statt. Ziel ist es zu zeigen, dass auch Frankfurt das Potential hat, eine Modestadt zu sein – ganz besonders durch die Interkulturalität der Stadt. Ein Gespräch mit den ehrenamtlichen Organisatorinnen des „Borderless Global Fashion Market“ über Migration und darüber, wie mit internationalen Trends, Mustern und Materialien grenzübergreifende Mode geschaffen wird.

Worum geht es bei der interkulturellen Modemesse „Borderless Global Fashion Market“?

Migration hat in den letzten Jahrzehnten das Gesicht Deutschlands verändert und diese Entwicklung wird auch in der Mode sehr innovativ verarbeitet. Immer mehr junge Designer verschiedenster Herkunft kreieren eine „grenzüberschreitende“ Mode, bei der traditionelle Stoffe und Stile verschiedener Länder mit modernen Designs kreativ verschmolzen werden. Diese Menschen wollen wir mit unserer Messee unterstützen. Gleichzeitig wollen wir Migration aus einer anderen Perspektive darstellen, nämlich als Motor für Kreativität und Innovation. Damit wollen wir auch einem Zeitgeist entgegenwirken, bei dem Migration oft mit etwas Negativem verbunden wird.

Warum haben Sie das Format einer Messe gewählt?

Für das Format einer Messe haben wir uns dann entschieden, weil es eine Szene von Modeschaffenden in Deutschland gibt, die ein Interesse haben gerade diese Art von Mode auszustellen und zu verkaufen. So haben wir beschlossen eine Verkaufsmesse zu organisieren. Es gab schon immer viele tolle Modemärkte und Flohmärkte hier in Frankfurt, aber davon wollen wir uns etwas abheben und gezielt Modemacher einladen, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben.

Welchen Einfluss hat die Herkunft der Modeschaffenden auf ihre Kreationen?

Wenn man Mode macht, ist man ein Künstler. Das Schaffen von Mode ist ein Ausdruck der Persönlichkeit. Natürlich prägt die Designer ihr Herkunftsland, auch wenn sie in Deutschland leben. Gerade im Moment ist es in der Mode so, dass diese ganzen kulturellen Einflüsse vermischt werden. Global Fashion ist gerade aktuell und beliebt. Heute sagt man nicht mehr: „Das passt nur nach Indien, so was können wir in Europa nicht tragen“. Der Wille ist da verschiedene Stile zu kombinieren und Neues zu wagen.

Sie sagen, sie möchten mit Ihrer Messe Migration aus einer anderen Perspektive darstellen – welches ist Ihr Ansatz?

Ich glaube aus der nicht-politischen Richtung erreicht das Thema mehr junge Leute. Es gibt viele politische Gruppierungen, die versuchen Gutes in dem Bereich zu tun, aber eben oft auf einem sehr akademischen, abstrakt wissenschaftlichen und politischen Level. Das erreicht die jungen Leute nicht so gut. Aus einer nicht-politischen Richtung hat man einen leichteren Zugang zu Menschen und kann sie darauf hinweisen, wie wichtig solche Themen sind.

Hat Frankfurt das Potential sich in Sachen Lifestyle weiterzuentwickeln und eine Modestadt zu werden?

Frankfurt ist keine klassische Modestadt. Aber hier ist es sehr lebendig, ganz besonders durch all die Vielfalt an kulturellen Einflüssen. So hat Frankfurt definitiv das Potential sich als Mode- und Lifestyle-Stadt zu behaupten. Aber wir haben noch eine Menge aufzuholen. In anderen Großstädten kleiden sich die Menschen beispielsweise anders und trauen sich mehr. Wir wollen zeigen, dass man auch hier in Frankfurt im Alltag extravagant sein kann. Deswegen achten wir darauf, dass bei der Messe tragbare Mode angeboten wird. Es wird auf der Messe auch eine Stilberatung von der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode geben: Dort wird erklärt, wie man den Borderless Fashion Style trägt. In Modezeitschriften sieht man schon viele kulturelle Einflüsse in der Kleidung, aber das alles zu kombinieren ist nicht so leicht. Und natürlich trauen sich das hier in Frankfurt nicht so viele. Bei der Stilberatung wird also gezeigt, wie man die Trends der anderen Kulturen in den Alltagslook einbinden kann.

Welches ist Ihr Ziel für die Zukunft?

Wir würden uns freuen, wenn der Borderless Fashion Market jährlich stattfinden würde und sich aus unserer Initiative eine Vernetzungsplattform entwickelt, die interessierte Modeschaffende unterstützt, z.B. bei der Unternehmensgründung oder dem Marketing. Außerdem würden wir gerne den Fairtrade-Aspekt ausbauen, also überlegen, wie man Modeschaffende unterstützen kann, die auch grenzübergreifend produzieren, und zwar zu fairen und nachhaltigen Bedingungen.

Das Gespräch führte das AmkA mit den Organisatorinnen der Messe: Aisha Camara, Joana Cimring, Federica Cuticchio, Melanie Jones, Sabrina Koch und Dr. Griet Newinger-Addy.

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