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27.10.2016 um 16:00 Uhr

„Süßes sonst gibt’s Saures!“

Frankfurter feiern Halloween

Halloween wird vor allem im nordamerikanischen Raum traditionell am 31. Oktober, dem Vorabend des christlichen Feiertags „Allerheiligen“, gefeiert. Gruselig verkleidete Kinder ziehen durch die geschmückten Straßen und klingeln an den Haustüren, um Süßigkeiten und Bonbons einzusammeln. Seine Wurzeln hat Halloween vermutlich in einem keltischen Totenbrauch, es markiert den Übergang zum Winter und sollte ursprünglich böse Geister vertreiben. Immer mehr etabliert sich das Kostümfest auch in Deutschland, in Frankfurt finden zahlreiche Veranstaltungen am kommenden Wochenende und in der Nacht von Montag auf Dienstag statt.

Vampire, Geister, Hexen und Trolle: der Fantasie der Kostümierten ist an Halloween keine Grenze gesetzt. Schön schaurig muss es sein, Referenzen an Horrorfilme oder mystische Fantasie Figuren dominieren dabei die Auswahl. Wer möchte kauft Kunstblut, falsche Zähne und unheimliche Dekorationen und besucht die zahlreichen Veranstaltungen und Motto-Partys. Auch einen Kürbis auszuhöhlen und eine gruselige Fratze hineinzuschneiden gehört zu den neuzeitlichen Traditionen, die an Halloween praktiziert werden.

Über die Entstehung von Halloween gibt es verschiedene Theorien. Auf das im christlichen Kalender verankerte Fest „Allerheiligen“ am 1. November, folgt „Allerseelen“ am 2. November, ein Tag, an dem die Katholiken ihrer Verstorbenen und aller Armen Seelen im Fegefeuer durch Gebet und Ablässe gedenken. An „All Hallows Eve“, dem Abend vor dem 1. November, wurden im mittelalterlichen Europa verschiedene Traditionen gepflegt, die die amerikanischen Einwanderer vor allem aus England, Schottland, Irland und Frankreich von ihren Vorfahren übernahmen und ausbauten. Die neuzeitliche Art, Halloween zu feiern hat nicht mehr viel mit dem ursprünglichen christlichen Gedankengut zu tun. Andere Wissenschaftler beschäftigen sich eher mit den Wurzeln im keltischen Brauchtum, in dem das Fest das Ende des Sommers und den Übergang zum Winter markierte. In der Nacht vor dem Jahreswechsel feierten sie zusammen mit ihren Priestern, den Druiden, das Ende des Jahres und gleichzeitig Erntedank. Die Kelten glaubten, dass sich am letzten Abend im alten Jahr die Geister der Toten unter die Lebenden mischten und ihr Unwesen trieben. Um diese Geister zu vertreiben, zündeten sie große Feuer für ihren Sonnengott an und empfingen die Totengeister vor ihren Häusern. Ein Teil der Bewohner verkleidete sich als Geister oder Hexen. Sie boten den Totengeistern Speisen an und führten sie an den Stadtrand. Von dort sollten die Geister wieder ins Reich der Toten zurückkehren.

Heute ist Halloween eher ein Fest für die Kinder. Sobald es dunkel wird, ziehen sie verkleidet und in kleinen Gruppen von Haus zu Haus. Die meisten von Ihnen haben Tüten oder Körbe dabei, um ihre Beute zu tragen. Wird ihnen geöffnet rufen sie ihren Spruch:

Trick or treat
Smell our feet
we want something good to eat.

Übersetzt heißt der Spruch so viel wie: Süßes sonst gibt’s Saures. Wer nicht in Süßigkeiten bezahlen kann, so die Aussage, den erwartet ein böser Scherz. In Deutschland kommt es bisher allerdings selten zu wirklich schlimmen Streichen, in Nordamerika kann es aber passieren, dass Häuser mit Eiern beworfen oder mit Klopapier eingehüllt werden.

Auch viele Erwachsene feiern Halloween. Kostüm-Partys, gruselige Dinner mit Gerichten, die an abgehackte Finger oder Augäpfel erinnern und Horror-Nachtwanderungen gehören dabei zum Programm. In Frankfurt und Umgebung finden eine ganze Reihe solcher Veranstaltungen statt. Besonders bekannt ist wohl das Halloweenfest auf der Burg Frankenstein. Auf knapp 300 Quadratmetern erwarten die Besucher Grusel und Gänsehaut vom Feinsten. In Frankfurt bieten viele Musikclubs wie zum Beispiel das „Velvet“, die „Batschkapp“, das „The Cave“ oder „Kane & Abel“ Halloween-Partys an, Verkleidung ist hier nicht zwingend Pflicht, aber durchaus gewünscht. Wem nicht nach Tanzen zu Mute ist, der kann an einer der zahlreichen Nachtwanderungen teilnehmen. Auf der Website der Frankfurter Stadtevents kann man beispielsweise die Taschenlampen-Führung über den Hauptfriedhof oder eine Halloween Lesung mit Christian Setzpfandt inlusive 5-Gänge-Menü buchen.

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