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Club Voltaire e.V.

Seit 1962 besteht in Frankfurt am Main der Club Voltaire. In dieser Zeitspanne passierten gewaltige Veränderungen. Wenige Schlagworte bezeichnen wichtige Geschehnisse: vom Kalten Krieg zur 1968er und Frauenbewegung, zu Antikolonialismus, Friedens- und Ökologiebewegung bis hin zur Auflösung der Blöcke, deútscher Kriegsbeteiligung und jetzt zur aktuellen Systemkrise, die zur verschärften Konfrontation zwischen Demokratie und Wirtschaftsmacht geführt hat.

Seit 1962 besteht in Frankfurt am Main der Club Voltaire. In dieser Zeitspanne passierten gewaltige Veränderungen. Wenige Schlagworte bezeichnen wichtige Geschehnisse: vom Kalten Krieg zur 1968er und Frauenbewegung, zu Antikolonialismus, Friedens- und Ökologiebewegung bis hin zur Auflösung der Blöcke, deútscher Kriegsbeteiligung und jetzt zur aktuellen Systemkrise, die zur verschärften Konfrontation zwischen Demokratie und Wirtschaftsmacht geführt hat. Trotz dieser grundlegenden Veränderungen ist der Club Voltaire seinen ursprünglichen Absichten verpflichtet geblieben.
Parteiisch, aber an keine Partei gebunden

Als eingetragener, gemeinnütziger Verein verstehen wir uns als Ort für Gegenöffentlichkeit, bieten Information und Aufklärung als Voraussetzung für Emanzipation und Veränderung. Wir wollen einen Raum erhalten für alternative Kunst und Kultur und – mit einer kleinen Kneipe – für Zusammensein ohne Diskriminierung. In überwiegend ehrenamtlicher Arbeit wurden attraktive Programme entwickelt, schöne Feste gefeiert und auch schwere Krisen des Vereins gemeistert. Generationen neu hinzu gekommener Mitglieder haben sich den Gründungsgedanken zu eigen gemacht.

Für Frieden und Abrüstung einzutreten hatte 1962 noch Parteiausschlüsse zur Folge, der Antikommunismus des Kalten Krieges führte dazu, dass selbst bei Lesungen von Anna Seghers oder Christa Wolf der Verfassungs- schutz im Publikum saß. Der Club Voltaire war in diesen Jahren heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Vor allem aber war er Treffpunkt für jene, die sich mit der deutschen Vergangenheit auseinandersetzen und daraus Schlüsse für eine bessere Zukunft ziehen wollten. Franzosen, Algerier, Spanier und in späteren Jahren Chilenen, viele Menschen, die aufgrund politischer Verfolgung in ihren Heimatländern ins Exil gehen mussten, waren hier willkommen und hatten einen offenen Ort und solidarische Unterstützung.

In den sechziger Jahren entstanden in vielen Städten der Bundesrepublik ähnliche Clubs, manche nahmen sich den Frankfurter Club zum Vorbild.
„Wer will, dass die Welt bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt“

Diese Gedichtzeile von Erich Fried drückt aus, was unseren Verein antreibt. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Frieden und der Schutz der Umwelt nicht den Gewinn- interessen einer Elite untergeordnet bleiben.

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