70 Jahre Grundgesetz in der Paulskirche

Die Redner_innen des Abends: Julian-Chaim Soussan, Canan Topçu, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Marion Tiedtke & Moderator Uwe Volkmann
© Stadt Frankfurt am Main

Die Redner_innen des Abends: Julian-Chaim Soussan, Canan Topçu, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Marion Tiedtke & Moderator Uwe Volkmann

Es gibt wohl keinen geeigneteren Ort für die Feier des Jahrestages des Grundgesetzes als die Frankfurter Paulskirche. Hier tagte vor 170 Jahren die Frankfurter Nationalversammlung, hundert Jahre später verabschiedete man hier die erste demokratische Verfassung Deutschlands.


Am Mittwoch, den 22. Mai, dem Vorabend des 70. Geburtstags des Grundgesetzes, wurde das Jubiläum in der Paulskirche gefeiert und diskutiert. Eingeladen waren nicht nur Amtsträger_innen, sondern auch Vereine, Initiativen und Bürger_innen der Stadt Frankfurt.
 
Eine freiheitliche Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit
 "Wir Deutsche wissen, wohin Nationalismus führen kann, und wir müssen dieses Andenken für die Zukunft bewahren. Dennoch können wir stolz auf unser Grundgesetz sein. Daher ist der 23. Mai ein Anlass zum Feiern", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Festrede. Auch mahnte er, eine freiheitliche Gesellschaft nicht als selbstverständlich anzusehen: "Demokratie lebt vom Mitmachen. Eine offene Gesellschaft und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen müssen gegen Ewiggestrige und Hetzer verteidigt werden."
 
Geladene Redner_innen des Abends waren Marion Tiedtke, Chefdramaturgin und Stellvertretende Intendantin des Schauspielhauses Frankfurt, die über Kunstfreiheit sprach. Die Journalistin und Autorin Canan Topçu referierte über Meinungsfreiheit, Julien Chaim Soussan, orthodoxer Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, über Religionsfreiheit. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Uwe Volkmann, der die Professur für Rechtsphilosophie und öffentliches Recht an der Goethe-Universität innehat.

Entsprechend dem demokratischen Grundgedanken hatte beim dritten "Frankfurter Verfassungstag" in der Paulskirche neben den Redner_innen auf dem Podium auch das Publikum Gelegenheit zu Wort zu kommen. Zu den Themen Kunst-, Meinungs- und Religionsfreiheit konnten Statements abgegeben werden.
 
Der abschließende Umtrunk bot allen Gästen die Möglichkeit, nochmals ins Gespräch zu kommen und den Abend in gelockerter Atmosphäre ausklingen zu lassen.