AmkA unterstützt Fanaktion gegen Rassismus, Faschismus und Homophobie

Initiator Sebastian Braun im Interview
© Stadt Frankfurt am Main; Fotograf: Peter Krausgrill

© Stadt Frankfurt am Main; Fotograf: Peter Krausgrill

Pünktlich zum Saisonstart in der ersten Fußballbundesliga der Herren hat das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) die Botschaft von Eintracht-Fan Sebastian Braun aufgegriffen: Unter dem #frankfurtklebtbunt gestaltet es die Fassade des stadtRAUMfrankfurt mit einem Aufkleber gegen Ausgrenzung und gibt so der Aktion eine neue Sichtbarkeit.

Gestartet hat Sebastian Braun die Aktion bereits im September 2019 mit 1000 Stickern, die er selbst entwarf und drucken ließ. Was klein anfing, erreichte schnell eine große Reichweite: 150.000 Sticker sind mittlerweile verteilt worden, längst auch außerhalb Frankfurts. Im Interview spricht er über die Idee dahinter und wie er die Beklebung der AmkA-Außenfassade findet.

Woher kam die Idee zur der Fanaktion?

Eigentlich war das eine klassische Kneipen-Idee. Wir wollten die Geisteshaltung, die uns in Frankfurt und bei der Eintracht über weite Strecken verbindet, plastischer und sichtbarer machen, sowohl in der Stadt, als auch "auswärts". Es geht um "Keine Toleranz für Intoleranz", wie Peter Fischer bei der Kundgebung in Hanau so treffend formuliert hat.

Dafür ist es unabdingbar, dass die Mehrheit sich für Vielfalt positioniert. Unsere Gesellschaft lebt von Pluralität: es ist egal ob du schwarz, gelb, grün, rot oder den Tierschutzverein wählst – aber wir müssen uns in dieser Sache einig sein, dann haben Extremisten keine Chance. In der Frankfurter Fanszene wird unglaublich viel dafür getan, auch wenn das nicht immer öffentlich passiert, zum Beispiel von den Ultras oder dem Fanprojekt. Ich finde Sticker sind eine schöne Komponente, denn sie sind sichtbar, tausende Menschen laufen täglich daran vorbei – und sie schaffen eine Atmosphäre.

Die Resonanz der Aktion war sehr gut. Was hat Sie besonders überrascht?

Eigentlich alles. Ich habe 1000 Sticker drucken lassen und dachte, damit wäre ich fertig. Aber die erste Resonanz war schon unglaublich gut. Und irgendwann hat eine Zeitung darüber geschrieben und Peter Fischer hat sich gemeldet. Der absolute Wahnsinn, damit habe ich nie gerechnet. Und heute sind schon fast 150.000 Aufkleber in der ganzen Welt. 

Sie sind bei der Beklebung der Außenfassade des AmkA live dabei. Wie finden Sie das?

Es freut mich ungemein, dass die Stadt in Form des AmkAs die Idee aufgegriffen hat. Die Sticker-Kampagne ist und bleibt eine Fan-Aktion, aber wenn man sich inhaltlich einig ist, dann haben wir doch genau das erreicht, was wir wollten: Die Mehrheit positioniert sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und jede Form der Diskriminierung. Und eigentlich ist das auch Werbung für den Sport, Werbung für die Eintracht-Familie (übrigens über den Fußball hinaus!), die Stadt Frankfurt und vielleicht auch ein bisschen für die Fanszene, über die in der Öffentlichkeit zuweilen etwas vorschnell geurteilt wird.

Mehr über die Aktion finden Sie auf der Facebookseite. Sticker können auch bei der AmkA.Info im stadtRAUMfrankfurt abgeholt werden.