Beratungsstelle "response." gegen rechte Gewalt zieht in stadtRAUMfrankfurt

Weitere Anlaufstelle im interkulturellen Kompetenzzentrum nahe der Galluswarte
Beratung gegen rechte Gewalt bei "response." (© response./Bildungsstätte Anne Frank)

Das Frankfurter Dezernat für Integration und Bildung und die Bildungsstätte Anne Frank freuen sich über eine neue gemeinsame Kooperation. Die in der Bildungsstelle Anne Frank angesiedelte landesweite Beratungsstelle "response." für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zieht zum Jahresbeginn 2020 in das neue interkulturelle Kompetenzzentrum stadtRAUMfrankfurt, Mainzer Landstraße 293, nahe der Galluswarte.

"Die Bündelung zivilgesellschaftlicher und städtischer Kräfte unter einem Dach wird uns helfen, wirkungsvoll gegen Rassismus, Antisemitismus und Radikalisierung in unserer Stadtgesellschaft vorzugehen und Betroffene tatkräftig zu unterstützen", sagt Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. "In einer wachsenden Großstadt wie Frankfurt, mit ständig steigenden Mieten, ist es von unschätzbarem Wert, dass die Integrationsdezernentin Sylvia Weber sich dafür einsetzt, dass auch zivilgesellschaftliche Akteure sich noch Räume für ihre Arbeit und Veranstaltungen leisten können."

"Kein Platz für Ausgrenzung und Rassismus"

Die Integrations- und Bildungsdezernentin hebt hervor: "Gerade in Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus und Antisemitismus leistet 'Response.' eine unverzichtbare Arbeit. In Zukunft werden im stadtRAUMfrankfurt Menschen, die von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt betroffen sind, schnelle und kompetente Hilfe bekommen. Die räumliche Nähe zum Amt für multikulturelle Angelegenheiten und zu migrantischen Selbstorganisationen ist für alle Beteiligten wichtig und fördert Vernetzung, Synergien und Austausch."

Armin von Ungern-Sternberg, Amtsleiter des Amts für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), ergänzt: "Die Netzwerk- und Beratungsarbeit des AmkA wird durch eine Partnerschaft verstärkt, die ein starkes Signal ist: im stadtRaumFrankfurt ist kein Platz für Ausgrenzung und Rassismus!"

Unterstützung für Betroffene durch Fachkräfte

In der Beratungsstelle "response." arbeiten sechs Sozialpädagogen, Psychologen und Juristen, die Menschen nach rechtsextrem, rassistisch oder antisemitisch motivierten Angriffen unterstützen. Zwei weitere Personen arbeiten in der Zweigstelle in Kassel. "Die Zahl unserer Beratungsfälle steigt seit drei Jahren stetig an. Im Bereich der Hasskriminalität ist aber von einem großen Dunkelfeld auszugehen. Durch die Zusammenarbeit mit migrantischen Selbstorganisationen und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten erhoffen wir uns, weitere Betroffene mit unserem Angebot erreichen zu können", sagt Olivia Sarma, Leiterin von "response."

Weitere Kooperationen in Planung

"Wir freuen uns, die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten durch die Einbettung im stadtRAUMfrankfurt intensivieren zu können. Wir sind deswegen bereits seit dem Sommer mit dem Integrationsdezernat im Gespräch, um 2020 in den stadtRAUMfrankfurt einziehen zu können und freuen uns, den geplanten Umzug jetzt offiziell verkünden zu können", so Sarma weiter.

Auch weitere Kooperationen sind bereits in Planung – so soll die elfte Konferenz der Tagungsreihe "Blickwinkel – antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft" am 15. und 16. Juni 2020 mit erwarteten 150 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis im stadtRAUMfrankfurt stattfinden.

"Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten ist für uns und viele weitere Institutionen der Frankfurter Zivilgesellschaft ein verlässlicher Partner und wesentliche Stütze unserer Arbeit", sagt Direktor Meron Mendel abschließend. "Ein großes interkulturelles Kompetenzzentrum wie stadtRAUMfrankfurt ist genau das, was es in der multikulturellen Großstadt Frankfurt braucht – gerade in der heutigen politischen Situation, in der bundesweit rassistische, antisemitische und verschwörungstheoretische Stimmen den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschieben."