Filmforum Höchst mit dem Kinokulturpreis ausgezeichnet

Kleines Kino eröffnet den Blick in die große, weite Welt
© Rainer Rüffer
Das Foyer des Filmforums Höchst

© Rainer Rüffer

Seit über 40 Jahren bietet das Filmforum Höchst anspruchsvolles Kino aus aller Welt zum erschwinglichen Preis – und das sogar im Zeitalter des Heimkinos von Netflix und Co. Längst hat sich das Lichtspielhaus zu einer überregional anerkannten Institution der Filmkultur entwickelt und viele wichtige Partnerschaften im In- und Ausland geknüpft. Nun wurde es mit dem Hauptpreis des Hessischen Kinokulturpreises ausgezeichnet.

Mitte der 70er Jahre begann sich eine kleine Gruppe passionierter Cineasten im westlichen Frankfurter Stadtteil Höchst zusammenzuschließen, um der mit den Einzug von Videorekordern einsetzenden Krise des Kinos etwas entgegenzusetzen. "Wir trafen uns regelmäßig im Höchster Volksbildungsheim und zeigten Filme aller Genres, oft auch in thematisch zusammenhängenden Filmreihen", erinnert sich der Leiter des Kinobetriebs, Klaus-Peter Roth. Aus diesen Treffen sollte sich das Filmforum Höchst entwickeln.

"Filme, die eine Beziehung zueinander haben"
Seit 1987 hat es im Gebäude des Neuen Theaters Höchst seinen eigenen Kinosaal - 113 Sitzplätze und dahinter einen Vorführraum, in der sowohl eine digitale Projektionsanalage als auch ein analoger 35- und 16-Millimeter-Projektor stehen. Eine ziemlich seltene Kombination, die das Team um Roth nutzt, um seine breitgefächerte Filmauswahl zu zeigen.

Seit 2016 arbeitet Ulrike Stiefelmeyer an Roths Seite. Zu den zwei Hauptamtlichen gesellen sich neun weitere Honorarkräfte. Alle machen alles, vom Kartenverkauf bis zur Filmvorführung. Und alle haben ein Wörtchen bei der Programmgestaltung mitzureden. "Wichtig ist dabei immer, dass die Filme, die wir innerhalb einer Woche zeigen, eine Beziehung zueinander haben", sagt Roth.

Das sorgfältig kuratierte Programm mit über 700 Vorführungen im Jahr stellt unter anderem aktuelles europäisches Arthousekino vor, das häufig mit älteren Filmklassikern in Verbindung gesetzt wird. Themen- und Länderreihen sowie Regisseurporträts ergänzen das Spektrum.

Auch Dokumentarfilme finden ihren Platz, ebenso wie wöchentlich wechselnde Kurzfilme vor dem Hauptprogramm. Jeden Freitag und Sonntag steht ein ausgesuchter Kinderfilm auf dem Programm. Zusätzlich zählen Publikumsgespräche mit den Filmemachern oder anderen Experten zum Programm.

Erschwingliche Eintrittspreise unter dem Motto "Kultur für alle"
Dabei wird besonderer Wert auf verträgliche Eintrittspreise gelegt. So liegt der reguläre Eintritt bei sieben Euro, Frankfurt-Pass Inhaber sind mit 3,50 Euro dabei und beim Besuch des Kinderfilms zahlen Kinder ebenso wie Erwachsene nur drei Euro.

Besonders bekannt ist das Filmforum für seine zahlreichen Festivals: Africa Alive, die Kurdischen Filmtage, Cine Brasil, die speziell für Schüler entwickelten Hessischen Schulkinowochen, die französischen Cinéfête und das englischsprachige Britfilmfestival - im Filmforum kann man sich die ganze Welt ansehen. Dabei werden alle Filme, auch außerhalb der Festivals, im Originalton mit Untertiteln gezeigt. Lediglich die Kinderfilme laufen in synchronisierter Fassung.

Kuba- und Italien-Filmfest
Mit rund 1.000 Besuchern jährlich zählt "Cuba im Film" als einziges rein kubanisches Filmfestival Europas zu den absoluten Publikumslieblingen. Für das Festival, das seit über 20 Jahren in Kooperation mit dem Verein "Dritte Welt Haus" organisiert wird, reisen Mitglieder der Festivalgruppe auf eigene Kosten nach Kuba, um vor Ort die besten Filme aufzuspüren. Im Dezember dreht dieses Jahres sich alles um Italien. Das Festival "Verso Sud/Cinema Italia" zeigt neue Produktionen aus dem Land. Stiefelmeyer freut sich besonders auf den Abend mit Nino Pezzella, einem Frankfurter Künstler und Filmemacher, der seinen vielfach ausgezeichneten Film 'Femminielli' über Drag Queens von Neapel persönlich vorstellen wird.

Anfahrt und weitere Informationen
Das Filmforum Höchst befindet sich in der Emmerich-Josef-Straße 46A, 65931 Frankfurt am Main, und liegt dabei nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Höchst entfernt. Alternativ befindet sich auch ein kostenloser Parkplatz direkt um die Ecke des Kinos. Ausführliche Informationen sowie das jeweils aktuelle Programm gibt es auf:

http://www.filmforum-höchst.com/