Frankfurt diskutiert neue Perspektiven auf LSBTIQ-Geschichte und Erinnerung

Fachtagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte in Kooperation mit dem AmkA
Gedenken am Frankfurter Engel, dem Mahnmal für im Dritten Reich verfolgte und ermordete Homosexuelle (© Stefanie Kösling)

Unter dem Titel "Verdrängung - Aufarbeitung - Erinnerung" veranstaltet der Fachverband Homosexualität und Geschichte (FHG) in Kooperation mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) vom 1. bis 3. Oktober eine Fachtagung zu LSBTIQ-Geschichte und Erinnerung.

Die Geschichte von LSBTIQ-Personen wird bis heute nur selten beforscht und gelehrt. Ein Grund dafür ist die unzureichende Quellenlage. Die meisten Unterlagen finden sich zur Verfolgung schwuler Männer durch das Strafrecht.

Expert:innen zu Gast in Frankfurt

Ziel des Fachtags ist es, in Vorträgen und Gesprächen neue Impulse zu geben, wie LSBTIQ-Geschichte aufgearbeitet und archiviert werden kann. Außerdem werden Möglichkeiten vorgestellt, queere Geschichte auszustellen und so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dr. Nagress Eskandari-Grünberg, Bürgermeisterin und Dezernentin für Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt, betont: "LSBTIQ Personen waren und sind weltweit Repressionen ausgesetzt. Dokumentiertes Wissen und historische Aufarbeitung gibt es bisher nur in wenigen Ausnahmen. Ich bin daher sehr froh, dass wir mit so vielen Expert:innen im Oktober in Frankfurt neue Ansätze für die Erinnerung an queere Geschichte diskutieren."

Stadtführung zu queerer Geschichte in Frankfurt

Auf der Fachtagung präsentiert unter anderem das Lesbenarchiv des Lesbisch-Schwulen Kulturhauses Frankfurt seine Erinnerungsarbeit. Vortragende aus Freiburg und Graz (Österreich) stellen Beispiele aus ihrer Arbeit zur Diskussion. Ergänzt werden die Vorträge und Gespräche mit einer Stadtführung am 1. Oktober um 17 Uhr zur lesbischen und queeren Geschichte in Frankfurt.

"Es ist wichtig, dass der Fachtag so diverse Akteure zusammenbringt, darunter ehrenamtliche Initiativen, Institutionen wie das Historische Museum und Projekte aus verschiedenen Regionen und Ländern. Dieser Austausch fördert neue Arten des Erinnerns und stärkt die queere Community", so Eskandari-Grünberg weiter.

Die Fachtagung richtet sich an alle, die sich mit Erinnerungsarbeit und Geschichte befassen. Anmelden können sich Interessierte bis 27.9.2021 per E-Mail an: service.amka2@stadt-frankfurt.de. Hier können Sie das Programm der Fachtagung als PDF herunterladen.