Frankfurter Integrationspreis 2018: „Ansporn für weitere Engagements“

Die diesjährigen Preisträger_innen und was die Auszeichnung für sie bedeutet
© Stadt Frankfurt am Main
Die Preisträger_innen 2018 zusammen mit Integrationsdezernentin Sylvia Weber (5.v.r.) bei der Verleihung im Frankfurter Römer

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Sie engagieren sich für Chancengleichheit und Teilhabe aller in Frankfurt lebenden Menschen, egal welcher Herkunft, Sprache oder Lebensweise. Am 22. November hat die Frankfurter Integrationsdezernentin Sylvia Weber im Rathaus Römer den diesjährigen Integrationspreis an ehrenamtliche Vereine und Initiativen verliehen, die sich in herausragender Weise für das Zusammenleben in unserer Stadt einsetzen. Wie schon im vergangenen Jahr wurde bei dem Festakt auch der „Städtische Preis für Flüchtlingshilfe“ vergeben.

Mit dem Integrationspreis geehrt wurden der Sportverein TuS Makkabi Frankfurt, das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt und das Stipendienprogramm "SABA" der Crespo Foundation, die sich das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro teilen. Die beiden mit dem Preis für Flüchtlingshilfe ausgezeichneten Initiativen "Kulturpass.net" des Vereins Kultur für ALLE und der Ehrenamtskreis Hausaufgabenbetreuung der Flüchtlingsunterkunft am Alten Flugplatz Bonames der Diakonie Frankfurt  erhalten ebenfalls jeweils 5.000 Euro. Lobend erwähnt wurden die Sportgemeinschaft Bornheim 1945 Grün-Weiß für ihr Projekt "Skyline Soccer" und das vielfältige Engagement von Dr. Mariame Racine Sow.

"Täglich engagieren sich Tausende in unserer Stadt für ein friedliches Zusammenleben und ein gutes Miteinander. Dieses Engagement zu würdigen und zu fördern ist ein Grundpfeiler meiner Integrationspolitik. Auch in diesem Jahr gehen die Preise für Integration und Flüchtlingshilfe an Projekte, Vereine und Personen, die Zusammenhalt zu ermöglichen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen und sich dieser in besonderer Weise verpflichtet fühlen", sagte Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

Für die Preisträger_innen ist die Auszeichnung nicht nur Würdigung ihrer bisherigen Leistungen, sondern auch Motivation für künftiges Tun. Der jüdische Verein TuS Makkabi, der für seine integrativen und interreligiösen Projekte mit Jugendlichen und jungen Geflüchteten bedacht wurde, fühlt sich durch den Integrationspreis in seiner Arbeit bestärkt. Seinem sportlichen Leiter Bela Cohn-Bendit zufolge ist die Ehrung "Ansporn für weitere Engagements".

Auch das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt, das die Kräfte unterschiedlicher LSBTIQ*-Gruppierungen bündelt und Diskriminierung entgegentritt, sieht sich durch die Ehrung bestätigt, "auf dem richtigen Weg zu einer nachhaltigen Vernetzung der queeren Community" zu sein.

Durchaus etwas stolz auf ihre Auszeichnung ist die Crespo Foundation, die Jugendliche und Erwachsene in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördert und Migrantinnen mit dem "SABA"-Stipendium erfolgreiche Bildungsverläufe ermöglicht. "Dass es ausgerechnet unsere SABA-Absolventinnen waren, die uns für den Integrationspreis vorgeschlagen haben, zeigt, dass unser Programm Lebenswege positiv beeinflusst und nachhaltige Perspektiven schafft", so Projektreferentin Cora Stein.

Vielfältige Herausforderungen für die Engagierten

Viele der Ehrenamtlichen opfern für ihr Engagement einen erheblichen Teil ihrer Freizeit – bleiben bei ihrem Wirken aber selbst meist im Hintergrund. Im Verborgenen bleiben damit oftmals auch die Herausforderungen, vor denen sie bei ihrer praktischen Arbeit stehen.

Von wahrer "Puzzlearbeit" berichtet der Verein Kultur für ALLE. Mit seinem Kulturpass ermöglicht er Menschen, die von staatlicher Grundsicherung leben müssen, den Besuch von über 200 Kulturinstitutionen in Frankfurt. "Die über 4.000 Geflüchteten zu finden, die wir mit einem Kulturpass ausstatten konnten, war eine diffizile Aufgabe", so Vereinsgründer Götz Wörner.  

Ganz anders gestalten sich die Aufgaben des Ehrenamtskreises Hausaufgabenbetreuung, der Kinder Geflüchteter in der Unterkunft der Diakonie am Alten Flugplatz Bonames unterstützt. Wie der Ehrenamtskreis mitteilt, müssen sich seine rund 25 Aktiven immer wieder auf unterschiedliche Fächer, neue Kinder oder Jugendliche und die gewandelten Formen des Lernens einstellen. Dabei gelte es, "sensibel und einfühlend den individuellen Hilfebedarf jeden einzelnen Schulkindes schnell zu erfassen", heißt es aus den Reihen der Engagierten.

Die SG Bornheim 1945 Grün-Weiß erleichtert jungen Geflüchteten mit ihrem Projekt "Skyline Soccer" und Initiativen wie dem Integrationscup den Einstieg in ein Leben in Deutschland. Der Verein sieht sich vor der Herausforderung, "den Jugendlichen auch weiterhin eine Perspektive zu ermöglichen und einen stabilen Ablauf bei Trainingszeiten und Spielbetrieb zu sichern".

Ehrenamt? Einfach machen!

Und was raten die erfahrenen Ehrenamtlichen all jenen Frankfurter_innen, die sich selbst mit dem Gedanken an ein Engagement tragen? Dr. Mariame Racine Sow, die mit ihrem Verein Forward Germany Gewalt an Frauen und weiblicher Beschneidung entgegentritt, sagt: "Partizipation und Mitbestimmung sind immer ein Thema in meinen Beratungen. Statt zu meckern ist es besser, mitzugestalten." Auf einen einfachen Nenner bringt Bela Cohn-Bendit vom TuS Makkabi die Gründe, die für ein Ehrenamt sprechen: "Es gibt nicht vieles, was ausschließlich gut ist. Ein Ehrenamt kommt dem aber zumindest ganz nah. Just do it!"

Ihren Vorschlag für den Integrationspreis einreichen

Wenn Sie jemanden kennen, der für die Verleihung des Integrationspreises im Herbst kommenden Jahres infrage kommt, können Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Juli 2019 beim Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) einreichen. Ihren Vorschlag senden Sie bitte mit einer kurzen Begründung per Mail an: integrationspreis.amka@stadt-frankfurt.de.