Herausragende Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund geehrt

Integrationsdezernentin Sylvia Weber betont Rolle von Migrantinnen und Migranten an der Entwicklung Frankfurts
© Stadt Frankfurt am Main
Sylvia Weber (vordere Reihe, 4. v. r.) im Rathaus Römer mit den 37 Geehrten

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Am Donnerstag, 6. Dezember, haben die Frankfurter Integrationsdezernentin Sylvia Weber und die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung der Stadt Frankfurt (KAV) im Kaisersaal des Römers herausragende Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund geehrt.

"Über die Hälfte der Frankfurter Bevölkerung hat eine persönliche oder familiäre Migrationsgeschichte. Wir lenken mit dieser Auszeichnung die Aufmerksamkeit darum auf die Mitte unserer Gesellschaft, die Leistungsträger und die Hoffnungsträger. Ihnen gehört der Kaisersaal, nicht nur den Stars und Sternchen", sagte Weber in ihrer Ansprache.

100 Jahre Frauenwahlrecht im Fokus

Vor allem solle die Ehrung ein Bewusstsein dafür schaffen, welchen Anteil Migrantinnen und Migranten an der Entwicklung und dem nachhaltigen wirtschaftlichen, kulturellen wie sozialpolitischen Erfolg Frankfurts haben. Da die Stadtgesellschaft im Jahr 2018 auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurückblickt, ist es kein Zufall, dass 21 der 37 Geehrten Frauen sind.

"Das Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht erinnert an eine Erfolgsgeschichte", so Weber. "Dieser Errungenschaft ging ein langer Kampf voraus. Aber nicht nur ein Blick auf den zurückgegangenen Frauenanteil im Deutschen Bundestag zeigt: Was einmal erkämpft wurde, kann auch wieder verloren gehen."

Es sei darum richtig und wichtig, dass die KAV-Jury den Blick auf die Frauen lenke. "Es sollte uns allen ein Ansporn sein, auch die reale Gleichstellung in Parlamenten, in den Vorstandsetagen von Konzernen, aber natürlich auch in der Stadtverordnetenversammlung und der KAV sicherzustellen", sagte Weber.

Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger

Ebenfalls 100 Jahre alt wird auch die Republik. Das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht sei ein Grundpfeiler des guten und friedlichen Zusammenlebens, so Weber. "Ein kommunales Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger wäre darum die konsequente Fortführung einer Politik der Teilhabe und Mitbestimmung. Ich werde auf allen politischen Ebenen weiter dafür kämpfen, damit niemand von der demokratischen Mitbestimmung in seiner Gemeinde ausgeschlossen ist und die reale gesellschaftliche Vielfalt sich auch in der Gemeindevertretung abbildet."

Solange es dieses Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger nicht gebe, sei die KAV die Interessensvertretung der nicht wahlberechtigten Migrantinnen und Migranten. Analog zur Anzahl der KAV-Mitglieder wurden 37 engagierte Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund geehrt. Darunter renommierte Ärzte, Professorinnen, Managerinnen, Geschäftsleute sowie junge Leute mit viel Potenzial und großem Allgemeinsinn. 

"Ich freue mich, dass wir unsere Ehrung an diesem historisch bedeutsamen Ort vornehmen können und möchte mich für die aufrichtigen Worte der Integrationsdezernentin bedanken", sagte Jumas Medoff und betonte, er freue sich darauf, dass im nächsten Jahr unter der Federführung von Integrationsdezernentin Sylvia Weber ein 'Haus der Kulturen' im Gallus eröffnet werde. Dies sei das größte integrationspolitische Infrastrukturprojekt seit vielen Jahren und belege, welch hohen Stellenwert Integrationspolitik in Frankfurt besitze.

Informationen zur Vita und den Verdiensten der Geehrten sind in einer Sonderveröffentlichung der KAV mit dem Titel "Herausragende Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund" enthalten. Die Publikation können Sie auf dieser Seite als PDF herunterladen oder bei der Geschäftsstelle der KAV einholen.