Integrationsdezernentin Sylvia Weber verkündet Integrationspreis-Träger

Die Auszeichnung wird zusammen mit dem Preis für Flüchtlingshilfe am 22. November verliehen.
© Eckhard Krumpholz
Integrationsdezernentin Sylvia Weber und Oberbürgermeister Peter Feldmann (beide vorne, mittig im Bild) bei der Verleihung des Integrationspreises 2017

© Eckhard Krumpholz

Der Frankfurter Integrationspreis wird am Donnerstag, 22. November, von Integrationsdezernentin Sylvia Weber im Kaisersaal im Frankfurter Rathaus Römer überreicht. Das Projekt "SABA" der Crespo Foundation, "TuS Makkabi Frankfurt" und das "Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt" teilen sich das Preisgeld von 15.000 Euro.

Die Stadt Frankfurt würdigt mit dem Integrationspreis das Engagement von Personen und Institutionen, die sich im alltäglichen Leben um die Integration verdient gemacht haben und für eine gegenseitige Anerkennung in der Gesellschaft eintreten.

Bei der Verleihung wird zum nunmehr zweiten Mal auch der Preis für Flüchtlingshilfe vergeben, und zwar an das Projekt "Kulturpass net" des Vereins Kultur für ALLE sowie an den "Ehrenamtskreis Hausaufgabenbetreuung". Beide erhalten ebenfalls jeweils 5000 Euro. Lobende Erwähnung findet die Arbeit der SG Bornheim 1945 für das Projekt "CSR Projekt Skyline Soccer 2018" und das vielfältige persönliche Engagement von Mariame Sow.

"Ruhen uns nicht auf diesen Leistungen aus"
"Täglich engagieren sich Tausende in unserer Stadt für ein friedliches Zusammenleben und ein gutes Miteinander. Dieses Engagement zu würdigen und zu fördern ist ein Grundpfeiler meiner Integrationspolitik. Auch in diesem Jahr gehen die Preise für Integration und Flüchtlingshilfe an Projekte, Vereine und Personen, die Zusammenhalt zu ermöglichen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen und sich dieser in besonderer Weise verpflichtet fühlen", sagt Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

"Dennoch ruhen wir uns als Stadt nicht auf diesen Leistungen aus, im Gegenteil, sie treiben uns an. Integration ist eine öffentliche Aufgabe und als Stadt investieren wir darum seit zwei Jahren enorm in die soziale Infrastruktur unserer multikulturellen Gesellschaft. Unser entschiedenes Vorgehen bei der interkulturellen Öffnung der Verwaltung ist ein Beispiel. Ein anderes ist das neue Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung, das wir im kommenden Jahr eröffnen. Beides bundesweit einmalige Großprojekte", ist die Dezernentin überzeugt.

Crespo Foundation
Die "Crespo Foundation" fördert Jugendliche und Erwachsene in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und gibt in verschiedenen Projekten den Anstoß für ein selbstbestimmtes Leben. Das 2006 initiierte Stipendium SABA trägt zu erfolgreichen Bildungsverläufen von Migrantinnen bei. 25 Frauen können pro Jahr einen Schulabschluss nachholen. Die Förderung umfasst nicht nur Kosten von Schulmaterialien, Kinderbetreuung, Nachhilfeunterricht und Anfahrt. Auch zu Berufs- und Lebensplanung werden die 18- bis 35-jährigen Stipendiatinnen beraten.

TuS Makkabi Frankfurt
Der Sportverein "TuS Makkabi Frankfurt" mit über 1400 Mitgliedern setzt sich für Integration und Inklusion ein und wirkt in seiner Jugendarbeit präventiv gegen Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft. Zu den interreligiösen Projekten zählen Schwimmkurse für muslimische Frauen und solche, an denen geflüchtete und Frankfurter Kinder gemeinsam teilnehmen. In den Schulferien veranstaltet der Verein, der auf ein familiäres und respektvolles Miteinander setzt, regelmäßig Feriencamps. Jeder ist hier willkommen, unabhängig von Konfession, Herkunft oder Hautfarbe.

Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt
Das 2018 gegründete "Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt" bündelt die Kräfte der Organisationen, Vereine, Stiftungen und Gruppen der Frankfurter LSBTIQ*-Community. Die Mitglieder erheben ihre Stimme gegen Rassismus, Sexismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Mit öffentlichen Aktionen begegnet das Bündnis der Diskriminierung und Stigmatisierung von LSBTIQ*-Personen. Neu in Frankfurt Angekommene erhalten eine Übersicht über das vielfältige LSBTIQ*-Angebot und Kontakte zur hiesigen Community.

Kultur für ALLE
Der 2008 gegründete Verein "Kultur für ALLE" setzt sich für Bürgerinnen und Bürger ein, die an der Armutsgrenze leben und sich kulturelle Teilhabe oftmals nicht leisten können. Der Kulturpass ermöglicht den Inhaberinnen und Inhaber für einen Euro Gebühr den Besuch von derzeit rund 200 Institutionen, darunter viele Frankfurter Museen und Veranstaltungshäuser. Kinder bekommen den Pass für 50 Cent. Gezielt wendet sich der Verein an in Frankfurt lebende geflüchtete Menschen. 4000 von ihnen hat er mit dem Kulturpass bereits erreicht.

Ehrenamtskreis Hausaufgabenbetreuung
Der "Ehrenamtskreis Hausaufgabenbetreuung" unterstützt seit 2016 geflüchtete Kinder in der Unterkunft am Alten Flugplatz in Bonames, um so deren schulische Entwicklung und Teilhabechancen zu fördern. Der Großteil der rund 25 Ehrenamtlichen ist seit Beginn dabei und hat ein vertrautes Verhältnis zu den Kindern aufgebaut. Die Ehrenamtlichen begleiten Eltern zu Gesprächen mit Lehrkräften und bieten auch in den Ferien außerschulische Förderung an. 

Mariame Sow lobend erwähnt
Durch ihr Engagement trägt Mariame Sow seit vielen Jahren zur Integration von Menschen aus afrikanischen Ländern bei. Schwerpunktmäßig setzt sie sich für Aufklärung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen ein. Sow zählt zu den Gründerinnen von Forward Germany, einem der ersten Vereine in Deutschland, der sich durch Lobby- und Präventionsarbeit weiblicher Genitalverstümmelung entgegensetzte. Bundesweit ist sie die einzige Rekonstruktionsberaterin, seit 2012 begleitet Sow eine Selbsthilfegruppe von FGM-Betroffenen.

SG Bornheim 1945 Grün-Weiß
Die SG Bornheim 1945 Grün-Weiß, die ebenfalls lobend erwähnt wurde, engagiert sich seit vielen Jahren in sozialen Projekten und betreibt seit 2007 das bundesweit erste, an einen Fußballplatz angeschlossene Kinder- und Familienzentrum. 2015 gründeten Vereinsmitglieder das Projekt "Skyline Soccer", mit dem die SG Bornheim junge geflüchtete Menschen unterstützt. Ihnen soll der Einstieg in das Leben in Deutschland erleichtert werden, auch abseits des grünen Rasens. Einen Schwerpunkt bildet der Integrationscup, der mehrmals im Jahr ausgetragen wird.