Begegnung: eine Willkommenskultur

Dieses Konzept akzeptiert Zuwanderung als historische Lebensgrundlage jeder Stadt und berücksichtigt die besondere Situation Frankfurts als Wegekreuzung, Bürgerstadt und internationaler Metropole.

Frankfurt ist im Gegensatz zum Landes- und Bundestrend eine wachsende Stadt und profitiert davon. Unsere Stadt hat in ihren Verwaltungsstrukturen und Dienstleistungen Bedingungen geschaffen, die eine Integration von neu Zuziehenden fördert. Dabei müssen wir mit gleichen Standards unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, ihren Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen gerecht werden. Wer in Frankfurt lebt, ob dauerhaft oder vorübergehend, ist Teil unserer lokalen Identität und soll sich ihr verbunden fühlen können. Wir wollen nicht nur das Einleben in unsere Stadt erleichtern, sondern Menschen zum Bleiben ermuntern und Abwanderung verhindern.

Handlungslinie 3: Maßnahmen für neu Zuziehende ausbauen.

Es gilt sicherzustellen, dass Menschen sich in Frankfurt schnell zurechtfinden und rasch gute Kontakte finden. Dafür haben die beteiligten Fachverwaltungen in abgestimmten Einzelmaßnahmen, Materialien und Veranstaltungen zielgruppenspezifische Angebote unterbreiten, für Arbeitnehmer und privat Zuziehende, für Studierende, Wissenschaftler und Künstler. Nicht nur die Anmeldung in Frankfurt muss zu einer Geste des Willkommens werden, es kann auch hilfreich sein, Informationen und Kontakte für Menschen bereitzustellen, die erst noch erwägen, in unsere Stadt zu ziehen. Die direkte Ansprache kann am ehesten am Arbeitsplatz, in Kooperation mit dem Arbeitgeber oder im Stadtteil, z.B. in Kooperation mit dem Ortsbeirat, gelingen, während zentrale Veranstaltungen Aufmerksamkeit und Informationen bündeln können. Aus Regelmaßnahmen des Bundes, z.B. den sog. Integrationskursen oder dem Verfahren für Flüchtlinge und Asylbewerber, sollen bessere Übergänge ins städtische Leben vermittelt werden.

Handlungslinie 4: Information und Zugänge vereinfachen.

Frankfurt will eine attraktive und dynamische Stadt sein. Wir haben uns daher auch an den Erwartungen derer zu orientieren, die zu uns kommen wollen. Maßnahmen und Informationspakete sind ein guter Anfang, sie sind aber ebenso wie die Kommunikationskanäle auf die jeweiligen Zielgruppen zuzuschneiden. Dabei sind seitens der Verwaltung und in Partnerorganisationen besondere Zugänge zu ermöglichen, ggf. Öffnungszeiten anzupassen oder auch Informations- oder Thementage zu organisieren. Auch Angebote im Wohnumfeld, die über den Stadtteil, seine Infrastruktur und Angebote sowie über Möglichkeiten zu privatem Engagement informieren, sollten die faktische Heterogenität der Zielgruppen berücksichtigen.

Handlungslinie 5: Gegenseitige Wertschätzung einfordern.

Die Anerkennung neu Hin- zuziehender als gleichberechtigte Partner setzt umgekehrt auf ihrer Seite die gleiche Wertschätzung unserer Stadtgesellschaft und ihrer gemeinsamen Geschichte und Werte voraus. Die gemeinsame Beteiligung von Bürgern verlangt Respekt gegenüber unter- schiedlichen Weltanschauungen und Lebensweisen ebenso wie den Schutz vor Benachteiligung. Nicht nur bei der Ankunft von neuen Einwohnerinnen und Einwohnern haben Politik und Verwaltung vorbildhaft eine Kultur der Wertschätzung zu pflegen, sondern dauerhaft: sowohl Einzelnen wie auch gemeinsamen Zugehörigkeitsgefühlen gegenüber. Die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern hat dies zu berücksichtigen. Wertschätzung kann dann auch darin bestehen, in einer in Frankfurt bislang wenig bekannten Sportart oder kulturellen Tradition Unterstützung und öffentliche Aufmerksamkeit zu erfahren. Gleiches gilt von der Würdigung von Feiertagen und Gedenktagen. Ehrenamtlicher Einsatz oder besondere Leistungen sollen gewürdigt und kommuniziert werden, um als Vorbilder und Anregung wirken zu können. Wertschätzung be- steht gleichermaßen darin, Menschen nicht in erster Linie als Mitglieder von Gruppen mit vermuteten kollektiven Eigenschaften, sondern als gleichberechtigte Individuen zu sehen, sowie darin, soziale Probleme, Sorgen im Alltag und Ängste ernst zu nehmen und die Öffentlichkeit transparent zu informieren.

Abstimmung mit anderen Akteuren.

Um genauer zu wissen, wer zu uns kommt, und auf Erwartungen und Bedürfnisse besser einzugehen, wollen wir mit Arbeitgebern zusammenarbeiten, aber auch mit Partnerorganisationen in den einzelnen 'Communities', Religionsgemeinschaften, Sportvereinen und Sozialverbänden. Wir möchten diese Partner für den Aufbau einer Willkommenskultur sensibilisieren und bestehende Ansätze in ein umfassendes Netzwerk integrieren. Die Kooperation mit den Medien ist auszubauen.