Eine Querschnittsaufgabe für ganz Frankfurt

Dieses Konzept ist als strategischer Gesamtrahmen für die Arbeit von Politik und Verwaltung und für die Kooperation und Vernetzung mit Freien Trägern, Verbänden, Vereinen und bürgerschaftlichen Initiativen gedacht. Darüber hinaus gibt es Anstöße und Anregungen für den Dialog mit der Öffentlichkeit.

In Frankfurt konnte in den vergangenen Jahrzehnten eine differenzierte Netzwerkstruktur aufgebaut werden. Damit existiert eine gute und ausbaufähige Grundlage für vielfältige Kooperationen und neue Handlungsansätze.

Wichtige Mittel von Integrationspolitik als Politik von Vielfalt und Vernetzung sind nicht nur gute, dauerhafte Beziehungen von Menschen, sondern eine Ausrichtung der Arbeit von Fachleuten und Initiativen auf gemeinsame Ziele und eine entsprechend abgestimmte Umsetzung.

Ziel dieses Konzepts ist eine strategisch orientierte und vernetzte kommunale Integrationspolitik mit mehr Verbindlichkeit, Kohärenz und Systematik der Arbeit und Zusammenarbeit.

Diversitätsmanagement einführen

Integrationspolitik in Frankfurt hat von der gewachsenen Vielfalt in der Bevölkerung auszugehen. Vielfalt darf nicht nur als unerwünschte Komplikation angesehen werden. Wenn sie stattdessen zusätzlichen Nutzen bringen soll, sind Unterschiede zum gemeinsamen Besten fruchtbar zu machen. Eine offene Gesellschaft, die auf der Grundlage unserer Rechtsordnung einzelne Bevölkerungsgruppen nicht als anzupassende Minderheiten, sondern als Teilhabende betrachtet und ihnen eine Vielzahl geeigneter Anknüpfungspunkte bietet sowie Möglichkeiten einräumt, fördert am ehesten den sozialen Zusammenhalt und Gemeinsinn.

Ziel von 'Diversitätsmanagement' ist es daher, Unterschiede ernst zu nehmen und produktiv aufzugreifen. Effizientes Diversitätsmanagement ist dabei nicht als Zusatzaspekt zu bisherigen Abläufen zu begreifen noch einfach durch ergänzende Maß- nahmen umzusetzen, sondern soll als integraler Bestandteil von Aufgabenbeschreibung und Aufgabenerfüllung an jedem Arbeitsplatz unserer Stadtverwaltung wirksam werden. Dem öffentlichen Dienst kommt in Organisation, Tätigkeit, Personalentwicklung und Kooperationen eine Vorbildrolle zu.

Kooperationen ausbauen

Die Vielfalt der Bevölkerung ist in Frankfurt über das gesamte Stadtgebiet verteilt. In einzelnen Stadtteilen und Quartieren bestehen dabei je besondere Verhältnisse. Überall unterscheiden sich Menschen nicht nur nach Herkunft, Sprache, sondern ebenso in ihrem sozialen Status, Berufsleben, Alter, Geschlecht und in ihrer sexuellen Orientierung. Menschen verändern sich mit ihren Überzeugungen und gewählten Lebensformen und mit ihnen verändern sich unser Zusammenleben und wir selbst.

Gleichbehandlung ist daher nicht einfach durch zentrale, einheitliche Angebote zu gewährleisten, sondern ist auch durch strukturelle Änderungen, aufsuchende Arbeit oder besondere Zugänge zu ermöglichen. Dazu bedarf es ergänzend zur Arbeit des öffentlichen Dienstes der besonderen Arbeitsweise, der Kontakte und auch des Fachwissens von Wohlfahrtsverbänden und freien Trägern sowie der Arbeit von Multiplikatoren an vielen Stellen der Gesellschaft, z.B. in Eltern-, Mieter-, Eigentümer- und Belegschaftsversammlungen, in Vereinen und Vereinsringen und Gemeinden. Fachleute sowie Bürge- rinnen und Bürger haben die unterschiedlichen Fähigkeiten der anderen zu berücksichtigen, Stärken zu nutzen und Schwächen auszugleichen.

Menschen  und Organisationen vernetzen

Unterschiede ernst zu nehmen, heißt auch, unterschiedliche Kompetenzen anzuerkennen und bei allen Formen der Zusammenarbeit, ob in einer Arbeitsgruppe oder im Elternbeirat einer Schule, die Fähigkeiten anderer zu sehen und zu nutzen. Integrationspolitik fördert den Austausch fachlicher Meinungen oder persönlicher Ansichten, den Ausgleich unterschiedlicher Vorstellungen und Interessen.

In einer Zusammenarbeit werden natürlich eher Meinungsunterschiede deutlich als bei einer Trennung von Aufgaben. Im Zusammenleben entstehen eher Konflikte als bei getrennten Lebenswelten. Doppeltes oder isoliertes Arbeiten ist indes nicht erstrebenswert. Parallelgesellschaften in unterschiedlichen Vierteln widersprechen unserer Vorstellung von städtischer Gemeinschaft. Es ist wichtig, andere Sichtweisen und Fähigkeiten kennenzulernen, zu verstehen, zusammenzuführen und zu nutzen, wenn Teilhabe und Integration gelingen sollen.