Kreativität: Kultur und Kunst

Dieses Konzept nimmt die persönliche Würde, die Ausdrucksfreiheit und die Fähigkeiten jeder und jedes Einzelnen ernst und berücksichtigt die Vielfalt und Vielschichtigkeit der Weltsichten, Traditionen und kulturellen Symbole in unserer Stadt.

Neben der erfolgreichen Arbeit unserer großen Kulturinstitutionen bereichern viele kleine Einrichtungen, Clubs und Vereine unseren Alltag. Wir wollen zu einer gemeinsamen Stadtkultur beitragen, die für alle erfahrbar die Vielfalt von Erlebnissen und Traditionen abbildet, und allen Bevölkerungsgruppen die Erfahrung von Kunst und Kultur sowie eigener kreativer Ausdrucksweisen ermöglichen.

Handlungslinie 41: Kultur und Kunst vermitteln.

Frankfurt soll nicht nur ein wichtiger Ort der Reflexion über Internationalität und Diversität sein, sondern ebenso ein Ort für die künstlerische Gestaltung von Entwicklungen in modernen, weltoffenen Gesellschaften. Unsere vielfach vernetzte, globalisierte Welt stellt neue Anforderungen an unseren Umgang mit Kunst und Kultur, an unsere Kenntnisse von Traditionen und unser Verständnis von Hochkultur. Für die Stadt Frankfurt stellt sich die Aufgabe, die reale Vielfalt der Frankfurter Bevölkerung und Künstlerinnen und Künstler zu einer wichtigen Grundlage von Förderungen und Maßnahmen zu machen. Auch die städtisch geförderte Kulturpädagogik hat in diesem Sinn neue Angebote zu prüfen. Wir möchten nicht nur den Zugang aller Bevölkerungskreise zu einer offen verstandenen Kunst und Kultur ermöglichen, sondern auch Künstlerinnen, Künstler und Kultureinrichtungen auffordern und es ihnen erleichtern, sich mit den Veränderungen unserer Stadtgesellschaft auf kreative Weise auseinanderzusetzen.

Handlungslinie 42: Anknüpfungspunkte schaffen.

Frankfurt ist ein Ort wichtiger Pflege deutscher und europäischer Kultur Das kulturelle Leben der Stadt ist seit Jahren darüber hinaus ein wesentlicher Ausdruck und Motor der gelebten Frankfurter Vielfalt. Museen, Theater, Tanztheater und Oper, Konzertreihen, Angebote des Literaturhauses und Frankfurter Verlage sowie mehrerer Programmkinos, aber auch Jazzkonzerte, Popmusik sowie eine Vielzahl kleiner kultureller Initiativen und Clubs sind Ausdruck des lebendigen Frankfurter Kulturlebens. Sie bringen Menschen zusammen und bieten verschiedenen Gruppen nicht zuletzt auch Gelegenheit zur Identifikation mit ‘ihrem Frankfurt’. Die Stadt Frankfurt nutzt künftig noch stärker kulturelle Angebote aller Richtungen und Sparten als Katalysator des Dialogs, der Begegnung und Teilhabe. Unsere hochsubventionierten Institutionen sind dauerhaft darauf angewiesen und müssen dafür sorgen, dass sie unterschiedlicheren Bevölkerungsgruppen geeignete Anknüpfungspunkte bieten. Eine Möglichkeit ist es, die internationalen Bezüge deutscher und europäischer Kultur zu vermitteln, sowie unsere Kulturinstitutionen als Räume internationaler und höchst unterschiedlicher menschlicher Erfahrungen zu begreifen, die sie in ihren Sammlungen, Spielplänen und Projekten de facto sind. Eine Kunst im öffentlichen Raum und eine Gestaltung oder Benennung von Plätzen, die Bezüge zur Vielfalt unserer Bevölkerung herstellen, können zusätzlich identifikationsstiftend und gemeinschaftsfördernd wirken.

Handlungslinie 43: Beteiligung unterstützen.

Eine wichtige Grundlage wäre geeignetes Datenmaterial zur tatsächlichen kulturellen Beteiligung verschiedener Gruppen und der besonderen Rolle der öffentlich geförderten Kunsteinrichtungen. Städtische Kultureinrichtungen sollten verstärkt auf eine Nutzung ihrer Angebote durch vielfältige gesellschaftliche Gruppen achten. Dabei können auch veränderte inhaltliche Angebote und eine größere Vielfalt von Mitwirkenden eine produktive Wirkung entfalten. Wir wollen dazu beitragen, eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Vereinen, Schulen und anderen sozialen Gemeinschaften zu etablieren und solche Aspekte bei der öffentlichen Förderung von Kunst und Kultur selbst berücksichtigen. Künstlerisch aktive Bürgerinnen und Bürger aller Bevölkerungsgruppen wollen wir in ihren Produktionsbedingungen und besonders in ihrer Zusammenarbeit unterstützen und ihnen gemeinsame kreative Räume zur Verfügung stellen.

Handlungslinie 44: Kulturelle Bildung fördern.

Die Kulturarbeit und künstlerische Bildung verdient Förderung als eine Beschäftigung mit dem eigenen sozialen Umfeld, mit sich wandelnden Identitäten und als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung und Teil- habe: Entsprechende Projekte sollen nicht zuletzt ein gemeinsames Erleben fördern, das auch Familien und Bekannte einbezieht. Die künstlerische und kulturelle Bildung für Kinder verdient besondere Unterstützung. Wir wollen dabei den Einsatz neuer Medien und die Beschäftigung mit den vielen Traditionen und Erfahrungen in unserer Stadt fördern. Wir wollen Kurse und Abendschulen der Kunsthochschulen und Kultureinrichtungen fördern, insbesondere dann, wenn sie unterschiedliche Bevölkerungs- gruppen erreichen und zusammenbringen.

Abstimmung mit anderen Akteuren.

Auch in Kooperationen mit den Frankfurter Kunsthochschulen und Kulturzentren sowie mit Sponsoren und Veranstaltungsagenturen sollte auf die Ziele dieses Konzepts hingewirkt werden. In Kooperation mit Vermietern wollen wir Räume und Zwischennutzungen für künstlerische Aktivitäten finden. Es ist wichtig, unseren öffentlichen Raum verstärkt als gemeinsamen und gemeinsam gestalteten Raum wahrzunehmen und zu nutzen. In Kooperation mit der Bildungspolitik des Landes wollen wir uns dafür einsetzen, die Kunstgeschichte verschiedener Regionen, die Veränderung und wechselseitige Beeinflussung von Kulturen sowie neue und avantgardistische Entwicklungen stärker in den Lehrplänen sowie in der Lehrerausbildung zu verankern.