Leitbild: eine vernetzte Stadt

Die in diesem Konzept beschriebenen Grundsätze und Erwartungen an Einzelne und an Gruppen sollen auf allen Handlungsfeldern kommunaler Politik unterschiedliche Menschen und Organisationen in einen regelmäßigen Kontakt bringen. Unser Ziel ist eine bürgernahe, weltoffene Stadtpolitik und Verwaltung in guter Kooperation mit vielen Partnern und der Öffentlichkeit.

Indem wir Frankfurts urbane Vielfalt sichtbar machen und nutzen, wollen wir zugleich die stadtweite und überregionale Anziehungskraft unserer Stadt stärken. Als unser Selbstverständnis wollen wir das einer internationalen, dynamischen Bürgerstadt mit vielen unterschiedlichen Stärken kommunizieren. Unsere einzelnen Fachpolitiken sollten sich daran ebenso orientieren wie unsere Außendarstellung und unser Stadtmarketing.

Handlungslinie 1: Menschen zusammenbringen.

Zwischen den beteiligten Ämtern und Kooperationspartnern werden Maßnahmen, Förderungen und Kooperationen regelmäßig daraufhin überprüft, inwiefern sie die Vielfalt unserer Stadt, ihr öffentliches Leben und ihre Geschichte als gemeinsamen Bezugspunkt für unterschiedliche Erfahrungen sichtbar werden lassen. Auf allen Politikfeldern werden als übergeordnetes Ziel Begegnungen und gemeinsame Gestaltungsmöglichkeiten verschiedener Gruppen und Generationen gefördert und zwar stets unter Bedingungen von Gleichberechtigung sowie mit dem Ziel, gemeinsame Grundlagen zu betonen und zu formulieren. Dafür sind in jedem Ressort wie auch in ämterübergreifender Abstimmung auch neue Wege zu prüfen, die geeignet sind, Menschen zu informieren und zu erreichen. Offizielle Veranstaltungen und Feiern, Repräsentation und Verlautbarungen, Stadtteilfeste und ähnliche Anlässe sind daraufhin auszurichten, ein gemeinsames Selbstverständnis und gegen- seitiges Verständnis unterschiedlicher Gruppen dauerhaft zu fördern mit dem Ziel, einander respektvoll und vorurteilsfrei zu begegnen.

Handlungslinie 2: Gemeinsame Themen und Interessen formulieren.

In allen Politikfeldern sind Maßnahmen und Entwicklungsplanungen danach zu beurteilen, inwiefern sie neben der Erfüllung von Sachaufgaben eine Beteiligung und ein städtisches Zusammengehörigkeitsgefühl  unterschiedlicher  Menschen  tatsächlich  ermöglichen.  Dafür sind übergreifende Themen hilfreich, welche unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in gleicher Weise betreffen und die daher geeignet sind, ein gemeinsames Engagement oder ein geteiltes Selbstverständnis als weltoffene Stadt zu fördern. Es soll ein grundlegender Ansatz für städtische Maßnahmen und Kooperationen werden, Probleme und Sorgen einzelner Gruppen anderen zu vermitteln und zu einem gemeinsamen Anliegen aller zu machen: Dabei ist von allen Beteiligten zu berücksichtigen und als Ansatz von Integrationspolitik zu nutzen, dass soziale 'Gruppen' nicht geschlossen, sondern offene Beziehungsgeflechte sind, an denen Menschen aufgrund von Interessen und Überzeugungen, Lebensweg, Alter, Geschlecht und sexueller Orientierung, sozialer Situation oder Familiengeschichte in einer Vielfalt von Bezügen teilhaben: Die offizielle Repräsentation unserer Stadt und einzelne Kampagnen können hier ansetzen, um integrativ zu wirken. Wir wollen umgekehrt darauf hinwirken, dass alle Bevölkerungs- gruppen sich von Vorurteilen, Fundamentalismus und Rassismus abgrenzen, in Zweifelsfällen und Konflikten von sich aus das Wort ergreifen und auf Gemeinsamkeiten hinarbeiten.

Abstimmung mit anderen Akteuren.

Den Charakter Frankfurts als weltoffene und durch viele regelmäßige Begegnungen lebendige Stadt zu betonen, fördert das Zusammenleben und erleichtert ihnen zugleich die Identifikation mit unserer Stadt. In der Aktivierung vieler unterschiedlicher Gruppen ist die Stadtverwaltung allein jedoch überfordert: Es bedarf des Zusammenwirkens mit vielen Vereinen und persönlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Solche Kooperationen sind zu fördern und positiv zu kommunizieren. In der Außendarstellung Frankfurts ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden und Kammern, für die eine erfolgreiche Politik der Vielfalt und Integration ein wichtiger Standortfaktor ist, zu vertiefen. In der Zusammenarbeit mit der Landesregierung wollen wir auch in den Außenbeziehungen des Landes Hessen die besondere Rolle Frankfurts betonen.