Öffentlicher Dienst: Umgang mit Vielfalt

Dieses Konzept formuliert angesichts einer heterogenen Bevölkerung neue Anforderungen an die Aufgabenbeschreibung und an das Handeln der Stadtverwaltung. In einer ämterübergreifenden Arbeitsstruktur soll die Zusammenarbeit koordiniert und zu einer systematischen Berichterstattung zusammengeführt werden. Als Querschnittsaufgabe ist Integrationspolitik in allen Politikfeldern abgestimmt und langfristig anzulegen.

Dieses Konzept berücksichtigt zugleich die Grenzen staatlichen Handelns und betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Gruppen, Institutionen, Vereinen und Verbänden in einem fortwährenden Prozess von gemeinsamem Handeln und Erfahrungsaustausch.

Handlungslinie 59: Diversitätsmanagement anwenden.

Die Verwaltung sollte Ansätze für den Umgang mit Unterschieden in Geschlecht, Alter, Herkunft und Überzeugung oder anderen individuellen Besonderheiten oder sprachlichen Fähigkeiten entwickeln. Es ist dabei gemeinsam sicherzustellen, dass die Fachämter und Betriebe in Maßnahmen, Förderungen und Kooperationen die faktische Vielfalt der Frankfurter Bevölkerung und ihrer Sichtweisen und Bedürfnisse möglichst so berücksichtigt wird, dass Angebote tatsächlich wahrgenommen werden können und dass Handlungsansätze – von Bildung und Kultur bis zu sozialen Dienstleistungen und Fragen von Wirtschaftsförderung und öffentlicher Sicherheit – im sozialen Umfeld und in der konkreten Situation tatsächlich greifen. In ämterübergreifender Kooperation soll die grundsätzliche Akzeptanz unterschiedlicher Perspektiven dazu genutzt werden, passgenau und effizient zu arbeiten sowie soziale und ethnische Segregation abzubauen, zu überwinden und zu verhindern. Wir wollen darüber hinaus an vielen Orten und in unterschiedlichen Zusammenhängen einen stadtweiten Prozess anstoßen, der nicht nur Institutionen, sondern auch nichtorganisierte einzelne Bürgerinnen und Bürger einbezieht sowie die Öffentlichkeit allgemein anspricht.

Handlungslinie 60: Strukturen und Kompetenzen weiterentwickeln.

Die städtischen Fachämter und Betriebe sollen im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung die Bedürfnisse unterschiedlicher Menschen in einer von Internationalität und Diversität geprägten Großstadt besonders berücksichtigen. Dazu gehört es, das eigene Bewusstsein für die Weltanschauungen, Lebensweisen und Kommunikationsstile verschiedener Menschen und Milieus zu schärfen und sicherzustellen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die vielfältigen Lebenserfahrungen unserer Bevölkerung aus eigener Begegnung und Erfahrung kennen. In ämterübergreifender Abstimmung sollten aufgrund der Ziele dieses Konzepts geeignete und angemessene Kriterien für die städtische Personalpolitik formuliert werden. Maßgebend bleiben Eignung, Befähigung und Leistung. Die Verwaltung sollte darüber hinaus verstärkt die Vorteile gemischter Teams und Arbeitsgruppen nutzen und im Rahmen der geltenden Gesetze und Richtlinien sich bemühen, den Anteil der städtischen Auszubildenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund oder anderen Lebenserfahrungen zu erhöhen. In der Verwaltungspraxis ist darauf zu achten, die je eigenen Fähigkeiten und Talente aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und aller Mitwirkenden zu identifizieren und wirk- sam werden zu lassen.