Stadt Frankfurt am Main nimmt psycho-soziale Einrichtungen in den Blick

Vielfalt in der Stadtbevölkerung
© Stadt Frankfurt am Main
Integrationsdezernentin Sylvia Weber (2.v.r.) bei der Präsentation der Studie

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Sie geben Halt bei seelischen Krisen, bieten Unterkunft oder Erste-Hilfe-Versorgung: Psycho-soziale Dienste findet man in praktisch jedem Frankfurter Stadtteil. Inwiefern sie gerüstet sind für die Herausforderungen einer vielfältigen Stadtgesellschaft, hat eine Studie ermittelt, die das Amt für multikulturelle Angelegenheiten finanziert und herausgegeben hat. Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung, hat die Studie am 6. Dezember auf einem Fachtag im Saalbau Gallus vorgestellt. Auf dieser Seite können Sie die Studie als PDF herunterlasen oder kostenfrei bestellen.

"Psycho-soziale Dienste leisten einen unschätzbaren Beitrag für die Gesundheitsversorgung", sagte die Stadträtin vor über 50 Fachtagsgästen. "Die Stadt Frankfurt möchte die Einrichtungen unterstützen, allen Menschen den Zugang zu ihren Angeboten zu erleichtern. Ämter, Verbände und Träger arbeiten dafür eng zusammen. Uns liegt viel daran, dieses Zusammenspiel weiter zu intensivieren." Die vorliegende Studie soll dafür ein wichtiger Schritt sein, betonte die Dezernentin. In ihrer Tiefe und als Bestandsaufnahme für eine deutsche Großstadt ist sie bundesweit einmalig.

60 Einrichtungen befragt

Befragt wurden über 60 Einrichtungen in freier Trägerschaft – die Liste der Träger reicht vom Caritasverband über die Aidshilfe Frankfurt bis zur Deutsch-Iranischen Beratungsstelle für Frauen und Mädchen. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.

Das Fazit: Mehr als die Hälfte der Einrichtungen treibt ihre interkulturelle Öffnung erfolgreich voran. Nachholbedarf besteht unter anderem beim Erstkontakt. Wenn es also darum geht, Menschen anzusprechen, die kaum oder kein Deutsch sprechen. Online bietet nicht mal jede fünfte Einrichtung Auskünfte in mindestens einer weiteren Sprache an. Broschüren liegen häufig nur auf Deutsch vor, und auch für Dolmetscher_innen fehlt vielerorts das Geld. Das alles führt dazu, dass sich Migrant_innen in Notlagen erst gar nicht an die Einrichtungen wenden.

Sprachbarrieren überwinden   

Kommt der Kontakt zustande, stehen Fachpersonal und Klient_innen häufig vor Verständigungsproblemen – wenngleich die meisten Einrichtungen mindestens eine Person mit Migrationsgeschichte beschäftigen. Unter den Leitungskräften ist der Anteil laut Studie aber noch zu gering. Ebenfalls in den Blick nahmen die Autor_innen die psycho-soziale Versorgung von Geflüchteten. Rechtliche und sprachliche Barrieren erschweren demnach die Behandlung oder Beratung. Geflüchtete sollen schnell Deutsch lernen, dem steht aber oft eine mangelnde Perspektive auf gesellschaftliche Integration gegenüber.

Vergleiche zu anderen Großstädten ließen sich mangels vorhandener Untersuchungen nur grob ziehen, so die Wissenschaftler_innen. Insgesamt stellen sie den Frankfurter Einrichtungen für ihre vielfaltsgerechte Arbeit ein gutes Zeugnis aus – wenngleich es noch viel zu tun gebe, um alle Menschen gleichermaßen gut zu erreichen. 

Studie bestellen oder herunterladen

Die Studie "Interkulturelle Öffnung in Einrichtungen der psycho-sozialen Dienste in Frankfurt am Main" können Sie hier als PDF herunterladen. Per E-Mail an publikation.amka@stadt-frankfurt.de können Sie die Studie kostenfrei beziehen. Für Fragen steht das Amt für multikulturelle Angelegenheiten gerne zur Verfügung. 

Amt für multikulturelle Angelegenheiten
Diversität, Chancengleichheit und Prävention
Marguerite Reguigne
Lange Straße 25 – 27
60311 Frankfurt am Main
Tel. (069) 212-38767
Fax (069) 212-37946
E-Mail: marguerite.reguigne@stadt-frankfurt.de