Veranstaltungen Termin:
Am 18.02.2021 um 08:30 Uhr

Festival "WIR SIND HIER." macht vielfältige Lebenswirklichkeiten sichtbar

Literatur und Gespräche zum Jahrestages des rassistischen Anschlags von Hanau

Zum ersten Jahrestag der rassistisch motivierten Morde von Hanau am 19. Februar 2020 veranstaltet das Literaturhaus Frankfurt "WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität". Die Literatur-Veranstaltungen und Gespräche sollen vielfältige deutsche Lebenswirklichkeiten für alle zugänglich machen. Sie finden vom 18. bis 20. Februar 2021 statt und werden im Livestream übertragen. Der Festivalpass kostet zehn Euro.

Neun Menschen wurden im Februar vergangenen Jahres im hessischen Hanau bei einem kaltblütigen rechtsextremen Anschlag ermordet. Was die Opfer gemeinsam hatten: ihren sogenannten Migrationshintergrund.

"Rassismus ist real und tötet Menschen" 

"Rassismus ist ein strukturelles und institutionelles Problem unserer Gesellschaft: Er ist real und tötet Menschen. Diese Strukturen zu reflektieren und aufzubrechen ist zuallererst die Verantwortung der weißen Mehrheitsgesellschaft", sagt Frankfurts Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Das bedeute, eigene Privilegien und Vorurteile zu hinterfragen und verschiedene Lebensrealitäten anzuerkennen.

"Das Festival 'WIR SIND HIER.' leistet einen wichtigen Beitrag dazu, indem es vielfältige Perspektiven von Schwarzen Personen und Personen of Color aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft sichtbar macht, die von der weißen Mehrheitsgesellschaft oft ausgeblendet werden. Das Festival schafft damit einen wichtigen Anlass zu einer gesellschaftlich dringend notwendigen Auseinandersetzung“, so Weber, die gemeinsam mit Kulturdezernentin Ina Hartwig die Schirmherrschaft des Festivals übernommen hat.

Ins Leben gerufen wurde "WIR SIND HIER." von Verlagsgründerin Selma Wels und Benno Hennig von Lange vom Literaturhaus Frankfurt. Zu Gast sind Autor_innen, die sich in ihrer literarischen, journalistischen oder publizistischen Arbeit ausdrücklich oder hintergründig mit Rassismus beschäftigen. Außerdem sind Redner_innen aus der Wissenschaft sowie Seda Başay-Yıldız, die Anwältin der Nebenklage im sogenannten NSU-Prozess, zu Gast. 

Aufruf zur Gedenkaktion unter #denkichanhanau

An den Festivaltagen – und natürlich darüber hinaus – ruft "WIR SIND HIER." zu einer Gedenkaktion an die Opfer von Hanau auf. Diese Aktion findet bewusst online statt und will ein Zeichen gegen das Vergessen setzen und beruft sich auf Heinrich Heines berühmten Eingangsvers '"Denk ich an Deutschland in der Nacht" aus den "Zeitgedichten". Mit dem Hashtag #denkichanhanau soll der Opfer von Hanau und weiterer Opfer rechter Gewalt gedacht werden. Alle sind eingeladen und aufgerufen, ihre eigene Perspektive zu formulieren und diese auf der Plattform ihrer Wahl online zu posten.

"WIR SIND HIER." wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten und das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert. Das Festival findet in Kooperation mit der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank und der DEXT-Fachstelle Hanau statt. Medienpartner ist "Das Wetter. Magazin für Text und Musik".

Adresse

Literaturhaus Frankfurt

Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main

E-Mail: info@literaturhaus-frankfurt.de
Telefon: 069-7561840
Fax: 069-75618420
Web: http://www.literaturhaus-frankfurt.de

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