Veranstaltungen Termin:
Am 26.05.2018 um 11:00 Uhr

Hülya-Tag

Frankfurt gegen Rassismus - Frankfurt für Toleranz

´Frankfurt gegen Rassismus - Frankfurt für Toleranz´ - unter diesem Motto werden wir in diesem Jahr den Hülya-Tag zum Gedenken an den 25-jährigen Brandanschlag in Solingen begehen. In einer Podiumsdiskussion soll in kritischen Beiträgen auf die gegenwärtige politische Situation eingegangen und diskutiert werden: Wie muss eine Stadt ohne Rassismus und Gewalt aussehen, welche Vorstellungen und Ideen haben unsere Referenten und Referentinnen?

An den verschiedenen Informationsständen und in dem vielseitigen Progamm finden wir viele Ideen, Vorschläge und Forderungen für ein friedliches Zusammenleben.

 

Am 29. Mai 1993 wurde die aus der Türkei stammende Familie Genç in Solingen Opfer eines Brandanschlags von vier deutschen Neonazis. Zwei junge Frauen und drei Mädchen, darunter die neunjährige Hülya, starben, vierzehn weitere Familienmitglieder erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der Solinger Anschlag war der Höhepunkt der fremdenfeindlichen und rassistischen Anschläge auf Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Wir erinnern an: Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln. Der Brandanschlag auf die Familie Genç geschah drei Tage nach dem Parlamentsbeschluss zur Einschränkung des Grundrechts auf Asyl.

In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren scheint sich unsere Gesellschaft an ausländerfeindliche Gewalt gewöhnt zu haben. Rassistisch, antiislamisch und antisemitisch motivierte Gewalt gegen Andersaussehende, Andersglaubende, Anderslebende, Andersdenkende, gegen Migrant_innen und Flüchtlinge bleibt ein deutschlandweites Problem. Im Schnitt mehr als fünf Straftaten täglich richten sich gegen Geflüchtete oder ihre Unterkünfte. Laut einer Antwort des Bundesinnenministeriums gab es 2017 mehr als 2.200 Attacken, darunter 1.906 Angriffe auf Personen und 313 Anschläge auf Unterkünfte. Mehr als 300 Menschen wurden dabei verletzt. Besonders erschreckend ist die Brutalität: die unvermittelten Hammerschläge ins Gesicht eines Geflüchteten am helllichten Tag im mecklenburgisch-vorpommerschen Neubrandenburg oder Angreifer, die im niedersächsischen Burgdorf einen Flüchtling niederschlagen und anschließend ihre Hunde auf ihn hetzen, sind nur zwei Beispiele. Zugleich registrieren wir eine rapide zunehmende Sprachverrohung, die diesen Untaten den Boden bereitet. Unsägliches, Unmenschliches auszusprechen ist selbst im Deutschen Bundestag wieder möglich. Die grauenvollen Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU), die sieben Jahre lang unter den Augen deutscher Sicherheitsbehörden begangen wurden, sind trotz vieler Untersuchungsausschüsse und eines jahrelangen Prozesses bis heute nicht aufgeklärt. Von 1990 bis heute (1. März 2018) zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung 193 Todesopfer rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland.

Protest gegen Rassismus gibt es schon länger. Die weltoffene Stadt Frankfurt, Heimat von Menschen aus mehr als 180 Nationen, ist seit Jahren ein wichtiger Ort dieses Widerstandes. Wir erinnern zum Beispiel an den 26. Januar 2015, an dem über 15.000 Frankfurter_innen für Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit, gegen Rassismus, Fremdenhass, Antiislamismus, Antisemitismus auf die Straße gegangen sind. Frankfurt hat damit ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen gesetzt hat auch der Stadtteil Bockenheim - schon 1998, als er mit dem Hülya-Platz zum ersten Mal einen öffentlichen Ort einem Opfer rechtsextremer Gewalt gewidmet hat.

- Wir wünschen uns, dass das Zusammenleben aller Frankfurter_innen aus den verschiedenen Kulturen und Religionen sich weiter friedlich und solidarisch gestaltet.

- Wir wünschen uns, dass Frankfurt eine weltoffene und tolerante Stadt bleibt.
Hier gibt es keinen Platz für rechtsextreme, rassistische Parolen und neonazistische Aktivitäten!

Diesen Wunsch wollen wir mit den Gedenken an die Familie Genç und an alle Opfer rassistischer, neonazistischer Mordanschläge verbinden. Das Gedenken an sie ist für uns zugleich Verpflichtung, öffentlich zu zeigen, dass in unserer Stadt, in unserer Gesellschaft Ausgrenzung, Intoleranz und Rassismus keinen Platz haben dürfen.

Wir rufen dazu auf, sich am Samstag, dem 26. Mai 2018, von 11 bis 18.00 Uhr, an den auf dem Hülya Hülya-Platz stattfindenden Veranstaltungen zu beteiligen!

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