Handlungslinie 10: Veränderungsbereitschaft unterstützen

Die Stadt Frankfurt erkennt an, dass in einer modernen, vielfältigen Stadtgesellschaft auf allen Seiten ein Festhalten an vertrauten Strukturen – lokalen, regionalen wie auch an anderen Traditionen – helfen kann. Auch das Praktizieren eines religiösen Bekenntnisses kann bei der gesellschaftlichen Standortbestimmung jeder und jedes Einzelnen helfen. Wir wollen Sorgen und Ängste identifizieren und ernst nehmen. Im Ausgleich widerstreitender Interessen wird die Stadtpolitik verstärkt kommunizieren, dass auch Konflikte und Streitfälle auf einen gemeinsamen Bezugspunkt hinweisen und nicht von vornherein als ein Zeichen scheiternder Integration zu werten sind. In der Zusammenarbeit mit Gruppen, die sich kulturell oder religiös definieren, wollen wir dies respektieren, zugleich jedoch vermitteln, dass mangelnde Begegnung Vorurteile und Missverständnisse begünstigt und einem guten Miteinander entgegensteht. Es gilt, aktuelles Wissen über unsere moderne Gesellschaft und ihre Möglichkeiten für jede und jeden Einzelnen zu vermitteln und die Öffnung anderen gegenüber anzumahnen und zu fördern. Abstimmung mit anderen Akteuren. Eine aktive politische Partizipation aller Einwohnerinnen und Einwohner Frankfurts ist wünschenswert. Eine mögliche Ausweitung von Bürgerbegehren, die Einführung eines allgemeinen kommunalen Wahlrechts, vereinfachte Einbürgerungsverfahren und die ver mehrte Hinnahme von Doppelstaatlichkeit sowie Beteiligungsrechte von Geduldeten und Flüchtlingen werden auf Bundesebene geregelt. In der Zusammenarbeit mit Landes- und Bundesbehörden wird die Stadt Frankfurt Entscheidungsspielräume ausloten und nutzen. Wir wollen in ausgewogener Weise deutsche und fremdsprachige Medien partner gewinnen, um unseren Einwohnerinnen und Einwohnern bessere Informations möglichkeiten und Artikulationschancen zu vermitteln. Dachverbände und Vereinsringe wollen wir ermutigen, neue und andere Mitgliedsorganisationen aufzunehmen. Der Rat der Religionen Frankfurt ist für uns das zentrale Gremium für einen unabhängigen interreligiösen Dialog sowie für die Zusammenarbeit in Alltagsfragen, die unterschiedliche Bekenntnisse betreffen.