Handlungslinie 24: Räume für Kommunikation schaffen

Sprachen müssen gesprochen werden, zumal zwischen Muttersprachlerinnen bzw. Muttersprachlern und Lernenden. Dies erfordert manchmal Geduld und Verständnis sowie die Akzeptanz anderer Akzente und Ausdrucksweisen. Wir wollen sicherstellen, dass Kommunikation tatsächlich stattfindet und dass sich zumal Deutschlernenden dafür ausreichend Bezugspunkte und Gelegenheiten bieten, bei denen sie sich wohl, gleichberechtigt und ernst genommen fühlen. Aktivitäten im Stadtteil, Bürgerversammlungen oder die Angebote öffentlich subventionierter Kulturinstitutionen bieten dafür viele Gelegenheiten, sind aber auch daraufhin auszurichten, ggf. mitgezielten, respektvollen Hilfestellungen. Räume und Anlässe für Mehrsprachigkeit sollen zugleich niedrigschwellige Zu gänge zum Gebrauch der deutschen Sprache fördern. Durch praktische Handreichungen und Fortbildungen kann die Sensibilität der Bevölkerung für besondere Lernsituationen im Spracherwerb gefördert werden. Abstimmung mit anderen Akteuren. Spracherwerb gelingt letztlich nicht in Unterrichtszimmern oder Lerngruppen, sondern im wirkli chen Miteinander. Dafür wollen wir Initiativen und Institutionen im Umfeld der Lernenden vernetzen und Anlässe zum kontinuierlichen Spracherwerb von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schaffen: Sprachen lernt man am besten gemeinsam. Wir benötigen daher die Hilfe von Vereinen, sprachlichen ›Communities‹, von Vermietern und Arbeitgebern, um dafür zu sorgen, dass auch im sozialen Umfeld von Lernenden, ihren Freunden und Verwandten die anspruchsvolle Lernsituation akzeptiert und unterstützt wird. Wir wollen für die Bedeutung des deutschen Spracherwerbs als fächerübergreifendes Prinzip werben, uns dafür einsetzen, dass Lehrpläne, Studiengänge, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen darauf ausgerichtet werden und dass abgestimmte Lernmaterialien weiterentwickelt werden.